Dena-Chef Andreas Kuhlmann warnt: Ohne entschlossenes Handeln geraten auch die Klimaziele für 2030 in Gefahr.

Dena-Chef Andreas Kuhlmann warnt: Ohne entschlossenes Handeln geraten auch die Klimaziele für 2030 in Gefahr.

Bild: © Christian Schlüter/Dena

Konkrete Szenarien und Empfehlungen, wie Klimaneutralität in verschiedenen Sektoren bis zum Jahr 2050 erreicht werden kann, möchte die die Deutsche Energie-Agentur (Dena) in einem Endbericht vorstellen. Dieser soll im Oktober veröffentlicht werden und eine Grundlage für erforderliche politische Entscheidungen bieten.

Bei dem Pressegespräch am Donnerstag legte Andreas Kuhlmann den Schwerpunkt auf die Arbeitsweise der Dena Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität. Zentral sei ein systemisch-integrierter Ansatz, der weit mehr als 100 Institutionen und Unternehmen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik sowie aus Zivilgesellschaft, Natur- und Umweltschutz einbezieht.äude,

Gebäude, Verkehr, Energie und Industrie im Fokus

Wissenschaftliche Institutionen und Gutachter begleiten die Studie. Breite wissenschaftliche Expertise werde so zusammen mit Experten-Know-how zu belastbaren und praktikablen Ergebnissen führen.

Im Vordergrund stehe dabei die Identifikation von konkreten und transformatorischen Herausforderungen, denen sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Zukunft stellen müssen und das Herausarbeiten bestmöglicher Lösungsansätze, so Kuhlmann. Betrachtet werden hierbei die vier Sektoren Gebäude, Energie, Verkehr und Industrie.

"Der eine sichere Weg heute nicht mit Bestimmheit zu beschreiben"

"Klar erscheint aus heutiger Sicht, dass der eine sichere Weg zur Erreichung der Ziele heute nicht mit Bestimmtheit zu beschreiben ist", betonte Kuhlmann. Umso wichtiger sei es breite Expertise und Erfahrungen sowie verschiedene Interessensgruppen bei der Erarbeitung von Empfehlungen einzubeziehen.

Als Impulse aus dem Zwischenstand der Studie nannte Kuhlmann hierfür die Grundsätze „ehrlich machen, der ganzheitliche Blick, stabiler Rahmen und starker Stimulus, starke Governance, alle mitnehmen, eine Strategie für die Senken und vier Säulen der Klimaneutralität".

Nötige Zeit zum Aufbau der Infrastruktur nicht unterschätzen

Auf dem Weg zum Abschlussbericht der Studie im Herbst möchte nun die Dena "öffentliche Formate zu einzelnen Fragestellungen" organisieren.

"Mir fällt auf, dass einige Dinge ziemlich unterschätzt werden, beispielsweise die Zeit, die es braucht, Infrastrukturen aufzubauen", sagte Kuhlmann als ein Zwischenfazit der bisherigen Studienarbeit.

Jetzt Technologien nutzen, die schon zur Verfügung stehen

Deshalb müsse es auch darum gehen, Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der kommenden zehn Jahre möglichst bald auf den Weg zu bringen und dabei die Technologien zu nutzen, die jetzt bereits zur Verfügung stehen, wie eine direkte Elektrifizierung, so Kuhlmann.

Denn der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft sei zwar sehr wichtig, doch würden größere Mengen an Wasserstoff bis zum Ende dieser Dekade realistischerweise nicht zur Verfügung stehen. Doch sei es sinnvoll, jetzt schon Gaskraftwerke auf die Nutzung von Wasserstoff vorzubereiten, so der Dena-Chef. (hcn)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper