Die Erlösabschöpfung auf dem Strommarkt hat dem Bund in den ersten vier Monaten eigenen Berechnungen zufolge ungefähr 417 Millionen Euro eingebracht. Das gab das Bundeswirtschaftsministerium Ende der vergangenen Woche bekannt.
Abgerechnet wurde demnach der Zeitraum 1. Dezember bis 31. März. Die Erlösabschöpfung lief Ende Juni aus. Zu diesem Zeitpunkt waren die Strompreise im Großhandel so weit nach unten gegangen, dass kaum noch Einnahmen dazugekommen sein dürften.
Umstrittenes Instrument
Konkret wurden Erlöse von Anlagenbetreibern, die einen bestimmten Betrag überschritten, zur Finanzierung der Strompreisbremse großteils abgeschöpft. Das Instrument war in der Energiebranche, insbesondere bei Erneuerbaren-Erzeugern, auf heftige Kritik gestoßen.
Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums beliefen sich auch die Kosten der Strompreisbremse für den Staat "niedriger als ursprünglich erwartet". Sie betrugen Stand Ende Juli 2023 ungefähr neun Milliarden Euro. Insgesamt gab die Bundesregierung für die Energiepreisbremsen bis Ende Juli knapp 23 Milliarden Euro ausgegeben.
Acer: Erlösabschöpfung misslungen und teils kontraproduktiv
In einem im Juni veröffentlichten Bericht hatte die EU-Kommission die europaweit eingeführte, aber unterschiedlich ausgestaltete Erlösabschöpfung auf dem Strommarkt in mehreren Aspekten als misslungen und teils kontraproduktiv bezeichnet. Der Report basierte auf einer Umfrage unter 25 Mitgliedsstaaten. (Die ZfK berichtete.) (aba)



