Die Bundesregierung solle das Konjunkturprogramm "als grünen Marshallplan gestalten", teilte Greenpeace am Montag mit. "Die gewaltigen staatlichen Hilfen müssen kurzfristig soziale und wirtschaftliche Verwerfungen auffangen", sagte Greenpeace-Klimaexperte Tobias Austrup. "Klug gewählt, können die weiteren Konjunkturprogramme das Land entscheidend voranbringen beim Aufbau einer zukunftsfähigen Wirtschaft. Deutschland braucht einen neuen, grünen Marshallplan."
Der Marshallplan war nach dem Zweiten Weltkrieg ein großes Konjunktur- und Hilfsprogramm der USA, das Deutschland und anderen Staaten in Europa half. Mit der Forderung bezieht Greenpeace sich nicht auf kurzfristige Maßnahmen wie Steuerstundungen, Kurzarbeitergeld oder Übergangskredite, sondern eine zweite Phase, in der Konjunkturpakete die Wirtschaft wieder ankurbeln sollen.
Lehren zur Vermeidung von Dienstreisen ziehen
Eine Expertise der Denkfabrik Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft für Greenpeace schlägt etwa vor, den Förderdeckel für neue Solaranlagen aufzuheben oder private Investitionen in die Energieeffizienz von Gebäuden zu fördern, um für Handwerk und Industrie Aufträge zu schaffen. Den niedrigen Ölpreis solle die Politik nutzen, um das sogenannte Dieselprivileg - niedrigere Steuern auf Diesel - abzuschaffen. Und aus den derzeitigen Erfahrungen mit Homeoffice, der Arbeit von zu Hause aus, sollten Lehren zur Vermeidung von Dienstreisen gezogen werden. (dpa/hil)



