Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Hannover Messe 2024

Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Hannover Messe 2024

Bild: © Julian Stratenschulte/dpa

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hat eine baldige Einigung auf ein CO2-Speichergesetz in Aussicht gestellt. Mit einer Beschlussfassung im Kabinett sei im Mai zu rechnen, sagte Habeck bei einer Veranstaltung auf der Hannover-Messe. Ursprünglich war ein Kabinettsbeschluss bereits für April vorgesehen.

Die Einspeicherung von Kohlendioxid war insbesondere bei den Grünen lange umstritten. Nun sagte Habeck, er sehe großes Potenzial in der Einlagerung von CO2 unter der Nordsee. "Es ist besser, CO2 im Boden zu haben als in der Atmosphäre." Daher setze nun auch Deutschland auf die lange umstrittene Technik. "Es gibt gute Gründe für diesen Umschwung, und ich denke, das Land wird folgen."

CCS in Gaskraftwerken

Inzwischen habe es in der Bundesregierung einen Meinungswechsel zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (engl. Carbon Capture and Storage, CCS) gegeben. "Wir waren skeptisch gegenüber CCS. Aber das haben wir überwunden", sagte der Vizekanzler. Das neue Gesetz soll nun den Einsatz in Deutschland erlauben. Allerdings nur die Einlagerung unter dem Meeresgrund, wie aus ersten, bereits öffentlichen Eckpunkten hervorgeht.

Eine Speicherung an Land, zum Beispiel in ehemaligen Gas- und Erdöllagerstätten, soll hingegen vorerst ausgeschlossen bleiben. Zum Einsatz kommen soll das Verfahren in Branchen, die nach aktuellem Stand nur schwer oder gar nicht klimaneutral werden könnten. CCS-Technik soll zudem auch für die Energieproduktion in Gaskraftwerken erlaubt werden. Das Umweltbundesamt hält den großen zusätzlichen Energieaufwand für das Abscheiden und Einlagern des CO2 für problematisch.

Pipeline durch die Nordsee

Vor allem Norwegen bietet sich als Standort für die Einlagerung von Kohlendioxid auch aus Deutschland an. Bereits seit 1996 wird dort CO2 unter dem Meeresgrund eingelagert. Die Technik sei erprobt und sicher, sagte Norwegens Energieminister Terje Aasland. "Das haben wir bewiesen."

Die Lagerkapazitäten dort würden für 80 Mrd. Tonnen reichen. "Das entspricht rund 1600 Jahren der norwegischen CO2-Emissionen auf heutigem Niveau." Dies wolle man nun den anderen Ländern Europas und vor allem Deutschland zur Verfügung stellen. Eine erste Pipeline durch die Nordsee, die CO2 von Deutschland nach Norwegen bringt, ist bereits geplant. (jk/dpa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper