Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei der Eröffnung der Industriemesse "Hannover Messe" erneut betont, dass Deutschland und Norwegen beim Abscheiden von CO2 zusammenarbeiten wollen. "Nicht alle Industrieprozesse werden sich bis 2045 vollständig dekarbonisieren lassen. Norwegen ist da technologisch führend, und deshalb setzen wir gemeinsam auch auf diese Technologie im Kampf gegen den Klimawandel."
Norwegen könnte laut Ministerpräsident Jonas Gahr Store den gesamten europäischen Kohlendioxid-Ausstoß für Jahrzehnte speichern. "Wir leisten in Norwegen Pionierarbeit bei der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung", sagte Store bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem deutschen Bundeskanzler. "Wir haben fast 30 Jahre Erfahrung mit der Speicherung von CO2 im Meer. Norwegen selbst kann wahrscheinlich das gesamte europäische CO2 für die nächsten Jahrzehnte speichern, wenn wir den Mut haben, voranzukommen."
Umdenken bei Bundesregierung
Store begrüßte außerdem das Umdenken der Bundesregierung in der Frage der sogenannten CCS-Technologie (engl. Carbon Capture and Storage). Nach vielen Jahren des Widerstands wollen nun auch die Grünen die Technologie einsetzen, um Treibhausgas-Emissionen zu mindern. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte im Februar die neue Carbon-Management-Strategie vorgestellt.
CCS-Technologie ermöglicht es, Kohlendioxid in tiefliegenden geologischen Gesteinsschichten zu speichern. Das seit 2012 geltende Kohlendioxid-Speichergesetz verbietet bisher diese Technologie in Deutschland. Der bisherige Entwurf der Carbon-Management-Strategie will dies ändern und eine Einspeicherung in deutschen Offshore-Bereichen ermöglichen. Ob auch die Einspeicherung an Land erlaubt wird, ist noch offen.
Weitere Entlastungen bei Energiepreisen
Der Bundeskanzler äußerte sich im Rahmen der Messe aber auch zu den wieder gesunkenen Energiepreisen. "Inzwischen liegen die Großhandelspreise für Gas und Strom wieder auf dem Vorkrisenniveau oder sogar darunter." Auch der Abstand zu den Energiepreisen in den USA und anderen energiereichen Ländern liege inzwischen wieder auf einem Niveau, mit dem die Unternehmen "seit Jahren und Jahrzehnten umgehen müssen", sagte der SPD-Politiker.
Zudem habe der Bund milliardenschwere Entlastungen für energieintensive Unternehmen auf den Weg gebracht. "Aktuell sprechen wir in der Bundesregierung darüber, wie wir diese Entlastungen fortschreiben können", kündigte Scholz an. (jk/dpa)



