Auch wenn es die Bioenergiebranche anders sieht: Ihre Anlagen werden bei den ersten Auktionen im Rahmen der Kraftwerksstrategie keinen Platz haben. Das bekräftigte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Energieausschuss, wie mehrere Bundestagsabgeordnete übereinstimmend berichteten.
Demnach dürfen Bioenergieanlagen bei den ersten zehn Gigawatt (GW) nicht mitbieten. Diese sollen wohl Gaskraftwerken vorbehalten bleiben, die auf Wasserstoff umrüstbar sind.
Habeck will Auktionen noch in diesem Jahr
Bessere Chancen haben Biomasse- oder Biogaskraftwerke dagegen beim geplanten Kapazitätsmechanismus, wobei der grüne Spitzenpolitiker auch hier offen ließ, was genau seinem Ministerium derzeit vorschwebt. Zumindest soll Habeck bekräftigt haben, dass die Auktionen noch in diesem Jahr stattfinden sollen.
Noch im Februar hatte die Bioenergiebranche für die Integration der Bioenergie in die Kraftwerksstrategie getrommelt. Aus ihrer Sicht ist die Biogasverstromung günstiger und klimafreundlicher als Kraftwerke, die zunächst Erdgas verbrennen. (Die ZfK berichtete.)
Bioenergie "vielfach vom Aus bedroht"
Auch die Unionsfraktion würde der Bioenergie gern eine klarere Zukunftsperspektive geben. Nach ihrer Auffassung behandelt die Bundesregierung die Technologie stiefmütterlich und bremst sie künstlich aus. Steuere sie nicht um, sei die Bioenergie "vielfach vom Aus bedroht", sagte der CSU-Abgeordnete Andreas Lenz auf ZfK-Anfrage.
Der erst für 2028 geplante Kapazitätsmechanismus komme für viele Anlagen zu spät. "Zumal nicht sichergestellt ist, dass Bioenergieanlagen in einem solchen Kapazitätsmarkt tatsächlich zum Zug kommen könnten."
9 GW Bioenergie in Deutschland installiert
Nach Prognosen des Bundesverbands Erneuerbare Energie könnte Bioenergie durch Leistungssteigerungen kurzfristig bis 2030 12 GW und bis 2045 sogar 24 GW an steuerbarer Leistung zur Verfügung stellen.
Derzeit sind laut der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts 9 GW Bioenergie in Deutschland installiert. Sie trugen im verrgangenen Jahr knapp zehn Prozent zum deutschen Strommix bei. Sie werden derzeit in der Regel zur Grundlastversorgung und nicht zur Abdeckung von Lastspitzen eingesetzt. (aba)



