Dena-Chef Andreas Kuhlmann im Gespräch

Dena-Chef Andreas Kuhlmann im Gespräch

Bild: © Christian Schlüter/Dena

"Das ist ein Meilenstein", sagt Kuhlmann in punkto der kürzlich beschlossenen steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung. Wichtig sei die Langfristigkeit dieses Instrumentariums. Es dürfe nicht nur ein Strohfeuer sein.

"Wir sind große Freunde der Renovation Wave, weil sie den Fokus auf ein sehr dringendes Thema lenkt", so Kuhlmann. 60 Prozent Treibhausgasreduktion und Ausbau der erneuerbaren Energien auf 40 Prozent im Gebäudesektor bis 2030 seien ambitionierte Ziele. Die Dena stehe voll hinter dem Ziel, die jährliche energetische Sanierungsrate von Bestandsgebäuden in der EU auf zwei Prozent zu steigern, wie das die Renovation Wave anstrebt. Wichtig sei auch, dass verstärkt das serielle Sanieren genutzt und gefördert werden soll.

Hohes Potenzial von Wärmepumpen – doch Technologiemix nötig

Eine Lanze bricht Kuhlmann für Wärmepumpen als Effizienz-Technologie mit hohem Potenzial. Dort, wo sie nicht zügig oder nur aufwändig eingesetzt werden können, seien jedoch auch andere Technologien gefordert. „Um schnell Erfolge im Klimaschutz zu erzielen, benötigen wir kurz- und mittelfristig verschiedene Technologien. Es hilft nicht, sie gegeneinander auszuspielen“, so Kuhlmann. Dies und die breite Einbeziehung von Expertise und Akteuren sei auch ein zentraler Ansatz der laufenden Dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität.

"Wir müssen vor allem auch die jeweiligen Herausforderungen für bestehende und noch aufzubauende Infrastrukturen mit in den Blick nehmen. Das kommt mir im Diskurs noch zu kurz", unterstreicht Kuhlmann.

Kommunen und Stadtwerke als zentrale Akteure der Energiewende

Als wichtig sieht er eine enge Kooperation und einen intensiven Austausch mit Kommunen und Stadtwerken, so bei Quartierskonzepten oder beim Contracting. Denn diese spielten vor Ort für das Gelingen von Energiewende und Klimaschutz eine zentrale Rolle.

Der kommenden Bundesregierung rät Kuhlmann, die bestehenden Instrumente im Bereich Klimaschutz und Energiepolitik zunächst weiterzuführen. Doch müsse es auch darum gehen, verstärkt privates Kapital für klimafreundliche Investitionen zu aktivieren, wofür ein gutes marktliches Umfeld die Basis sei.

Planungszeiträume und Infrastrukturplanung nicht unterschätzen

Weiter auf der To-do-Liste stehe die Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien sowie des Kohleausstiegs. Doch dürften die nötigen Planungszeiträume und die Infrastrukturplanung nicht unterschätzt werden, so der Dena-Chef. (hcn)

Das Interview können Sie in der aktuellen Aprilausgabe der ZfK lesen.

Den Zwischenbericht der Dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität gibt es hier zum Download.

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