Marl, eine Stadt mit knapp 90.000 Einwohnern im Ruhrgebiet, bekommt bald seine eigenen Stadtwerke. Dies beschloss der Haupt- und Finanzausschuss in einer Sitzung am Dienstag, wie die Kommune mitteilte.
Demnach soll die Stadtwerke Marl GmbH eine 100-prozentige Gesellschaft der Stadt werden. Unter dem Dach der neuen Gesellschaft will sich Marl mit einem Anteil in Höhe von 74,9 Prozent an einer Strom-Netzgesellschaft beteiligen, die zusammen mit der Westenergie betrieben werden soll. Die Westenergie ist eine 100-prozentige Tochter des Energiekonzerns Eon und größter regionaler Energiedienstleister in Westdeutschland.
Auch Gasnetzgesellschaft geplant
Geplant ist zudem Anfang 2021 die Gründung einer Gasnetzgesellschaft. Sie soll 100-prozentige Tochter der Stromnetzgesellschaft sein. So könne die Stadt ihr Anlagevermögen im Bereich der Strom- und Gasnetze "zum Wohle aller Einwohnerinnen und Einwohner erhöhen", heißt es in der Pressemitteilung.
"Mit der Gründung der Stadtwerke ist jetzt der Grundstein dafür gelegt, dass die Stadt Marl künftig bei der Entwicklung der Netze mitbestimmt", lässt sich Bürgermeister Werner Arndt (SPD) zitieren. Ferner erhoffe sich die Kommune, am Ergebnis der Strom- und Gasnetzgesellschaft teilhaben zu können.
Marl folgt auf Blaustein
Marl ist nur das jüngste Beispiel für deutsche Kommunen, die ihre eigenen Stadtwerke gründen. Kürzlich hatte die baden-württembergische Stadt Blaustein verkündet, eine eigene Stadtwerke-GmbH aufzubauen. Auch sie setzt auf Hilfe von außen — in diesem Fall auf Unterstützung der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. (Die ZfK berichtete.) (ab)



