Nach Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung und gescheiterten Verkaufsplänen wird die ELS seit letzter Woche abgewickelt. Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger haben bereits im Vorfeld befürchtet, auf den Nebenentgelten und anderen Kosten für die Abfallentsorgung sitzen zu bleiben. Nun ist klar, wie hoch die Schuldsumme des Bonner Systembetreibers gegenüber den Städten und Kommunen tatsächlich ist: Rund vier Mio. Euro stehen für die Bereitstellung von Entsorgungscontainern, Abfallberatung und dergleichen aus.
Während die Entsorgung des Verpackungsmülls durch die neun verbleibenden dualen Systeme weiterhin gewährleistet wird, schätzt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) die Kostenerstattung gegenüber den Kommunen weniger zuversichtlich ein: „Ich sehe das Risiko, dass die Kommunen am Ende auf sämtlichen Außenständen sitzen bleiben könnten“, sagte Michael Ebling, Oberbürgermeister von Mainz und Präsident des VKU. Nicht nur die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind von der Pleite des Lizenzierungsunternehmens betroffen, auch die private Entsorgungswirtschaft und die Mitbewerber treten als Gläubiger auf. Insgesamt summieren sich die Forderungen an die ELS auf 70 Mio. Euro.
Ziel der dualen Systeme verfehlt
Für den VKU-Präsidenten ein klares Zeichen, dass das Gesamtsystem intransparent und anfällig für Unregelmäßigkeiten sei. Statt den Verpackungsmüll über ein gesondertes System zu entsorgen, plädierte Ebling dafür, die Entsorgungszuständigkeit für alle Haushaltsabfälle bei den Kommunen zu bündeln. Schließlich hätte sich das Lizenzierungssystem nicht als zielführend erwiesen. „Es gab keine Reduzierung von Kunststoffverpackungen. Wir sind europaweit diejenigen mit dem größten Verpackungsabfall“, erklärte Ebling. (ls)



