Von Daniel Zugehör
Nordrhein-Westfalen will den Strukturwandel weiter beschleunigen. Mit weniger Bürokratie, schnelleren Genehmigungen und mehr erneuerbaren Energien möchte das Land die Energiewende vorantreiben – und dabei tausende neue Arbeitsplätze schaffen. Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) spricht von einem "klaren Signal für Zukunft und Zusammenhalt".
Erneuerbare schaffen Jobs
Im Rheinischen Revier verdrängen Windräder, Solarparks und Start-ups zunehmend Kohle, zeigt der erste, jetzt veröffentlichte Evaluierungsbericht zur Strukturförderung. Trotz des beschlossenen Kohleausstiegs ist die Beschäftigung im Revier seit 2020 demnach um 4,5 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote liege mit 6,7 Prozent inzwischen sogar unter dem Landesdurchschnitt.
Zudem wächst die Wirtschaft laut Bericht überdurchschnittlich: plus 12,9 Prozent, mehr als in anderen Fördergebieten. Auch der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch liegt mit 27,5 Prozent deutlich über dem NRW-Schnitt (22,6 %).
Genauso wie der Anteil der Arbeitsplätze im Bereich grüner Technologien: 2,4 Prozent (2,3 %). "Die Region nutzt die Chancen des Wandels und schafft neue Perspektiven für die Menschen vor Ort", ist Neubaur überzeugt. Bund und Land unterstützen die nachhaltige Transformation des Rheinischen Reviers mit zusammen mehr als 14,8 Milliarden Euro.
"Schluss mit doppelten Wegen"
Damit der Wandel weiter an Fahrt gewinnt, will NRW auch Verwaltungsstrukturen modernisieren. Künftig soll eine zentrale Vergabekammer bei der Bezirksregierung Münster alle öffentlichen Vergabeverfahren im Land bündeln, teilte es mit. Ziel sei es, Ausschreibungen und Auftragsvergaben einfacher, transparenter und schneller zu machen. Dadurch sollen künftig Solarparks, Windräder und Speicherprojekte deutlich rascher gebaut werden können.
"Wir machen Schluss mit doppelten Wegen und langen Abstimmungen", erklärt Neubaur. "Weniger Bürokratie bedeutet mehr Tempo – und das brauchen wir, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen." Die Umstellung soll schrittweise bis Anfang 2027 erfolgen. Bereits laufende Verfahren bei den bisherigen Vergabekammern in Köln und Westfalen würden reibungslos überführt, versichert das Wirtschaftsministerium.



