Rheinenergie-Vorstandsvorsitzender Dieter Steinkamp hat mit scharfen Worten auf Pläne der Bundesregierung reagiert, bei einer Gasmangellage den Einsatz des Brennstoffs auch in KWK-Anlagen mit Strafzahlungen, sogenannten Pönalen, zu belegen.
"Es geht gar nicht, Fernwärmekunden zusätzlich zu belasten, wenn es ohnehin ächzt und kracht", sagte der Chef des Kölner Energiekonzerns auf einer Pressekonferenz. Nach seinem Erleben werde aber im politischen Berlin zunehmend verstanden, dass man eine Ausnahmeregelung für Gaskraftwerke benötige, die Wärme und Strom zugleich erzeugen. "Die Geschichte ist nicht zu Ende, wir haben noch ein paar Tage Zeit."
Ziel der Pönale
Vor einer Woche hatte das Bundeskabinett das sogenannte Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz beschlossen. Jetzt befasst sich der Bundestag mit dem Vorhaben.
Ziel ist es, Deutschland bestmöglich darauf vorzubereiten, sollten die russischen Gasflüsse plötzlich ganz stoppen und Gas in den deutschen Netzen zur Mangelware werden.
Knackpunkt Wärme
Um den Einsatz von Erdgas zu reduzieren, soll die Verstromung des Brennstoffs in Gaskraftwerken pönalisiert werden. Der Knackpunkt dabei: Wird Gas knapp, dürfte die reine Stromproduktion für Gaskraftwerke aufgrund der zu erwartenden immens hohen Gaspreise ohnehin unattraktiv werden und in der Kraftwerksreihenfolge, der sogenannten Merit-Order, nach hinten fallen.
Stromgeführte Anlagen dürften in der Folge vom Netz gehen. Übrig bleiben würden Kraftwerke, die zur Deckung des Wärmebedarfs benötigt werden. Sie müssten zusätzlich zu den hohen Gaspreisen noch Strafzahlungen in Kauf nehmen.
Steinkamp: Es wird "auf keinen Fall" kalt
Die Pläne waren bei Branchenvertretern auf teils heftige Kritik gestoßen. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing bezeichnete die Pönalisierung als "unnötig und schädlich, besonders für kommunale, klimafreundliche KWK-Anlagen." Die vorgesehene Einbeziehung der Kraft-Wärme-Kopplung drohe, die sichere Wärmeversorgung der privaten Haushalte und geschützten Kunden zu gefährden. (Die ZfK berichtete.)
Steinkamp sagte nun, dass es für Wärmekunden der Rheinenergie "auf keinen Fall" kalt werde. "Sollten aber über die Pönale die Wärmepreise nach oben geschoben werden, wäre das ein Skandal." (aba)



