RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz.

RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz.

Bild: © RWE AG

„Wir sollten kein Zwischenstadium mit Gas installieren“. Dies sagte Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns RWE, am Mittwoch bei der Energietagung von Becker Büttner Held (BBH) in Berlin. Denn es sei absehbar, dass Gas dann eh wieder durch erneuerbaren Strom plus Batterien zum Backup aus dem Markt gedrängt würde. Jedenfalls mache es keinen Sinn, den Anteil von Gas an der deutschen Stromversorgung von derzeit 13 Prozent massiv auszubauen.

„Dies sollte man bei der weiteren Diskussion über die Zukunft der Kohle mit bedenken“, riet er der neuen Kohlekommission. „Die Leitgröße ist der rasche weitere Zubau der erneuerbaren Energien“, sagte Schmitz. Diese würden dann auch die Kohle aus dem Markt drängen. „Doch wir planen keinen Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland“, unterstrich Schmitz. Dies mache schon aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn. Wenig hält er auch von der Nutzung der CCS-Technik für Kohle in Deutschland, wenn dann komme dies international in Frage.

Kohlekommission soll sich mit ihrer Arbeit Zeit lassen

Kritisch zeigte sich Schmitz zu den Zeitvorgaben für die neue Kohlekommission „Dass die Kommission bis Ende dieses Jahres zu Ergebnissen kommen soll, halte ich für verantwortungslos“, sagte er. Denn die Entscheidungen, die dort getroffen werden, seien so weitreichend, dass man sich dafür besser mehr Zeit nehme. „Auf ein halbes Jahr mehr oder weniger kommt es dabei nicht an“, sagte er. Zudem verwies er auf die große Bedeutung eines erfolgreichen Strukturwandels im Rahmen des Kohleausstiegs. Vielfach sei der nicht gelungen und er verwies hierbei auf Städte wie Gelsenkirchen.

Skeptisch beurteilt Schmitz auch einen künftigen Betrieb von Gaskraftwerken mit synthetischem Gas, vor allem aus Kostengründen. Offen blieb bei seinen Ausführungen allerdings der Aspekt von Langzeitspeichern und wie künftig Winterflauten abgedeckt werden sollen. Auch stellt sich Schmitz mit seiner Einschätzung gegen Empfehlungen vieler Gutachten, wie jüngst der Dena-Leitstudie für eine integrierte Energiewende, die auf einen Technologiemix sowie eine verstärkte Nutzung von zunehmend grünen Gas bauen. (hcn)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper