Der Deutschlandfonds umfasst auch Absicherungsinstrumente für Transformationsindustrien, beispielsweise Windkraftanlagenbauer.

Der Deutschlandfonds umfasst auch Absicherungsinstrumente für Transformationsindustrien, beispielsweise Windkraftanlagenbauer.

Bild: © Tom Weller/dpa

Anders als der Ausbau der Photovoltaik, kommt der Windausbau auf keinen grünen Zweig: Im laufenden Jahr sind bislang Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 700 Megawatt (MW) neu installiert worden. Das hat eine ZfK-Auswertung des Markstammdatenregisters ergeben. Dabei sollen es 6,9 Gigawatt (GW) bis Ende des Jahres werden. Nun ist bereits mehr als ein Viertel der Zeit abgelaufen – aber nur 10 Prozent der Zielvorgabe sind erreicht.

Bei der Solarenergie sind dagegen bereits Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3,7 GW neu errichtet worden, was 29 Prozent des EEG-Zieles von 13 GW entspricht. Bereits im Vorjahr hatte der Solarausbau die Ziele deutlich übertroffen, während der Windausbau hinter den Erwartungen zurückblieb.

Höhere Ausschreibungsrunden

Hoffnungen in der Branche liegen nun auf den kommenden Ausschreibungsrunden. Die Bundesnetzagentur hat kürzlich angekündigt, die Volumen deutlich zu erhöhen, von zunächst geplanten 2,5 GW auf rund 4,1 GW. Zusätzlich könnten nicht bezuschlagte Mengen des Vorjahres aufgeschlagen werden.

Damit könnten rechnerisch über 15 GW im Jahr 2024 bezuschlagt werden. Ob das Volumen ausgeschöpft wird, ist aber fraglich. Die Ausschreibung im Februar hatte noch ein Volumen von 2,5 GW enthalten. Trotzdem war die Runde mit bezuschlagten 1836 MW unterzeichnet.

Aufträge über mehr als 500 MW

Für Optimismus sorgen allerdings die Genehmigungszahlen: Laut Angaben der Fachagentur Windenergie an Land wurden im laufenden Jahr bisher Anlagen mit einer kumulierten Leistung von mehr als 1200 MW neu genehmigt. Lediglich in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg bleiben die Zahlen weiter hinter den Erwartungen zurück.

Auch die Auftragslage sendet positive Signale. Allein der Windturbinenhersteller Nordex verzeichnete Anfang des neuen Jahres zwei Großaufträge für zusammen 52 Anlagen mit einer Gesamterzeugungskapazität von 319 Megawatt (MW). Der Wind- und Solarparkentwickler UKA bestellte Ende März bei Nordex dann weitere 39 Turbinen ‒ eine geplante Erzeugungskapazität von 253 MW. Die Projekte stammen aus der Ausschreibungsrunde im Februar, sollen aber erst 2025 in Betrieb gehen. Der Nordex-Konkurrent Vestas vermeldete zu Jahresbeginn ebenfalls eine dynamische Auftragslage.

Beschleunigungsflächen sollen kommen

Weiteren Anlass zur Zuversicht gibt die Bundesregierung. Während weiterhin unklar ist, wann das restliche Solarpaket I verabschiedet wird, hat das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium (BMWK) nun den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der RED III für Onshore-Windanlagen und für die Solarenergie vorgelegt. Mit dem Gesetz sollen Vorgaben der EU zur Beschleunigung von Verfahren umgesetzt werden.

Deutschland muss durch die EU-Richtlinie sogenannte Beschleunigungsgebiete ausweisen, in denen für Erneuerbare-Energien-Vorhaben ein besonderes, beschleunigtes Genehmigungsverfahren gilt. Innerhalb dieser Gebiete müssen Behörden künftig innerhalb von 12 Monaten, bei Repowering-Vorhaben sogar innerhalb von 6 Monaten entscheiden.

Schnellere Verfahren

Aber auch außerhalb von Beschleunigungsgebieten werden die Genehmigungsverfahren angepasst und beschleunigt, heißt es in dem Entwurf, welcher der ZfK vorliegt. Die Erleichterungen betreffen etwa die Umweltverträglichkeitsprüfung sowie natur- und artenschutzrechtliche Prüfungen, den Gewässerschutz, sowie Änderungen im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Künftig erhalten Behörden zudem verschärfte Fristen, innerhalb derer sie Dokumente nachfordern können. Auch in der Kommunikation mit Genehmigungsstellen sind Vereinfachungen geplant. (jk)

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