Ebba Busch, Energieministerin von Schweden, läutet eine Glocke, um den Beginn des Treffens der EU-Energieminister im Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel zu signalisieren.

Ebba Busch, Energieministerin von Schweden, läutet eine Glocke, um den Beginn des Treffens der EU-Energieminister im Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel zu signalisieren.

Bild: © Virginia Mayo/AP/dpa

Schwedens Energieministerin Ebba Busch war am Dienstag zufrieden. Das vom EU-Ministerrat beschlossene Gaspaket sei "ausgewogen", sagte sie. Es fördere Wettbewerb, schütze Verbraucher und erziele Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2050.

Dabei birgt einer der für Energieversorger wichtigsten Punkte, die Entflechtung künftiger Wasserstoffnetze, weiterhin Zündstoff. Die Energieminister sprachen sich nämlich für eine eigentumsrechtliche Trennung des Wasserstoff- und Gasnetzes auf Verteilnetzebene als Standardmodell aus.

VKU: Ratsposiiton "sehr enttäuschend"

Zugleich sollen aber "unter bestimmten Bedingungen" Modelle möglich sein, wonach Energieversorger weiterhin eigene Wasserstoffnetze betreiben können, den Betrieb aber an eine entsprechende Tochterfirma auslagern müssen.

Der Stadtwerkeverband VKU bewertete die Position des Rates als "sehr enttäuschend". Er fürchtet, dass eine unternehmerische Trennung zwischen Gas- und Wasserstoffnetzen es vielen Stadtwerken "nahezu unmöglich" machen würde, einen investitionssicheren Umbau der Gasinfrastruktur einzuleiten und damit die Produktion und Verteilung von Wasserstoff zu organisieren.

Kompromisse "ungenügend und ungeeignet"

"Zudem würde sie den rund 1,8 Millionen Industriekunden, die in Deutschland am Gasverteilnetz angeschlossen sind, eine elementare Option nehmen, ihren Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren", argumentiert er. Die vom Ministerrat vorgesehenen Kompromisse hält der VKU für "ungenügend und ungeeignet".

Die EU-Kommission hatte das Gaspaket im Dezember auf den Weg gebracht. Der Energieausschuss des Europäischen Parlaments lehnte jedoch den Kommissionsvorschlag parteiübergreifend ab. (Die ZfK berichtete.) Er folgte damit dem Positionsentwurf des Berichterstatters, Jens Geier (SPD), der sich frühzeitig gegen den Vorschlag der Kommission und für die Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur ausgesprochen hatte.

Verhandlungen mit Kommission und Parlament

Nun tritt der Ministerrat mit Kommission und Parlament in Verhandlungen. Finden sie einen Kompromiss, müssen Parlament und Rat diesem noch formell zustimmen, ehe das Paket in Kraft treten kann. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper