Im Jahr 2030 werden 199 Gigawatt (GW) aus erneuerbarer Erzeugung in die Verteilnetze eingespeist, auf Übertragungsnetzebene dagegen nur 19 GW.

Im Jahr 2030 werden 199 Gigawatt (GW) aus erneuerbarer Erzeugung in die Verteilnetze eingespeist, auf Übertragungsnetzebene dagegen nur 19 GW.

Bild: © Rainer Sturm/pixelio.de

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den generellen sektoralen Produktivitätsfaktor (Xgen) für Betreiber von Stromnetzen auf 0,9 Prozent festgelegt. Der Wert gilt für die dritte Regulierungsperiode, die von 2019 bis 2023 dauert. Der für die Berechnung entscheidende "Malmquist"-Wert betrage 1,35 Prozent. Da sich dieser Wert jedoch deutlich vom Xgen für Gasnetze von 0,49 Prozent unterscheidet, habe es die Behörde für angemessen gehalten, den Xgen auf zwei Drittel des Malmquist-Wertes zu reduzieren. Ziel sei gewesen, keine unbeabsichtigten Brüche zwischen Strom- und Gassektor zu verursachen.

"Mit der Festlegung des Wertes auf 0,9 Prozent setzt die Bundesnetzagentur die Verteilnetzbetreiber unter hohen Druck und trifft sie und deren kommunale Eigentümer wirtschaftlich hart", beklagt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Angesichts der bevorstehenden Aufgaben zum Um- und Ausbau der Stromverteilnetze sei das kontraproduktiv. Nach zwei Regulierungsperioden habe der Faktor Xgen seine Berechtigung verloren.

"Entscheidender Fehler der Netzagentur"

Bei der Berechnung habe die BNetzA einen entscheidenden Fehler gemacht, meint der VKU: Der Xgen sei eine Prognose – dafür nutze die Behörde Daten, die weit in der Vergangenheit liegen. Der Verband hat nach eigenen Angaben mit zwei Stellungnahmen auf zahlreiche Ungereimtheiten hingewiesen, insbesondere auf den stark verzerrenden Einfluss des Jahres 2006 auf die Berechnung.

Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nennt den Wert "völlig inakzeptabel". Warum für Stromnetze ein fast doppelt so hoher Wert festgelegt wird wie für Gasnetze, sei logisch nicht zu erklären. Es sei nachvollziehbar, dass viele Netzbetreiber diese Festlegung gerichtlich überprüfen lassen werden.

Netzausbau und Kostensenkung passen nicht zusammen

Es passt nach Ansicht des BDEW auch nicht zusammen, dass auf der einen Seite Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier den Netzausbau beschleunigen will und gleichzeitig die Regulierungsbehörde die Netzbetreiber mit zusätzlichen Vorgaben zur Kostensenkung belastet. (wa)

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