Mit ihrer neuen Industriestrategie will die EU den ökologischen und digitalen Wandel der Industrie vorantreiben.

Mit ihrer neuen Industriestrategie will die EU den ökologischen und digitalen Wandel der Industrie vorantreiben.

Bild: © Sergey Kelin/AdobeStock

Die EU-Kommission hat am Mittwoch die neue „Industriestrategie für Europa“ vorgestellt. Sie soll die Leitlinien für den ökologischen und digitalen Wandel der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Industrie vorgeben. Zentraler Grundsatz ist eine „Industrie, die umweltfreundlicher und digitaler wird, zugleich aber weltweit wettbewerbsfähig bleibt“, heißt es in dem Grundsatzpapier.

Das Paket zur Industriepolitik der EU enthält viele Initiativen, darunter eine neue KMU-Strategie, einen Aktionsplan zur Bekämpfung des Diebstahls geistigen Eigentums sowie ein Weißbuch zu den wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen ausländischer Subventionen im Binnenmarkt.

Dekarbonisierung der Industrie

Zwei Initiativen betreffen die Energiebranche. Bei der „Unterstützung der Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität“ geht es um umfassende Maßnahmen zur Modernisierung und Dekarbonisierung energieintensiver Industrien, die Unterstützung des Bereichs nachhaltige und intelligente Mobilität, die Förderung der Energieeffizienz und die Gewährleistung einer ausreichenden und konstanten Versorgung mit kohlenstoffarmer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Im Rahmen der zweiten Initiative wird eine Allianz für sauberen Wasserstoff gegründet, um die Dekarbonisierung der Industrie zu beschleunigen und die führende Rolle der Industrie zu erhalten, gefolgt von Allianzen für emissionsarme Industrien sowie für industrielle Clouds, Plattformen und Rohstoffe.

Praktische Umsetzung

Zur klimaneutralen Industrie sind folgende Aktiviäten geplant:

  • Strategie für eine intelligente Sektorenintegration;
  •  Steigerung der Innovationsfähigkeit des Energiesektors durch die Nutzbarmachung von Daten im gemeinsamen europäischen Energiedatenraum;
  • Einrichtung der Plattform für einen gerechten Übergang zur technischen Unterstützung und Beratung CO2-intensiver Regionen und Industriezweige;
  • EU-Strategie für sauberen Stahl und Nachhaltigkeitsstrategie für Chemikalien;
  • Überarbeitung der Verordnung über die transeuropäischen Energienetze;
  • EU-Strategie für erneuerbare Offshore-Energie;
  • umfassende Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität;
  • „Renovierungswellen“-Initiative und Strategie für die bauliche Umwelt;
  • CO2-Grenzausgleichssystem zur Verringerung der Verlagerung von CO2-Emissionen in vollem Einklang mit den WTO-Regeln.

Zum Thema „sauberer Wasserstoff“ sind folgende Aktiviäten geplant:

  • Aufbauend auf der erfolgreichen Blaupause der Industrieallianzen wird eine neue europäische Allianz für sauberen Wasserstoff gegründet. Allianzen in den Bereichen CO2-arme Industrie, Industrie-Clouds und -Plattformen sowie Rohstoffe sollten zu gegebener Zeit folgen.
  • Die Kommission wird den Bedarf der Industrie gründlich prüfen und analysieren und Ökosysteme ermitteln, die einen maßgeschneiderten Ansatz erfordern.
  • Zur Unterstützung dieser Arbeit wird bis September 2020 ein inklusives und offenes Industrieforum eingerichtet. (hp)

Die ausführliche Fassung von "Eine neue Industriestrategie für Europa" finden Sie hier.

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