Nachhaltige Transformationen berücksichtigen von Beginn an beide Erfolgsfaktoren: Fachkompetenz und Sozialkompetenz.

Nachhaltige Transformationen berücksichtigen von Beginn an beide Erfolgsfaktoren: Fachkompetenz und Sozialkompetenz.

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Von: David M. Heimbring,
Mitgründer der skills development solutions.
Das Unternehmen bietet eine Plattform, die Unternehmen und Organisationen dabei unterstützt, ihre sozialen Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt zu entwickeln.

Der Digitalisierungsprozess ist eine Herausforderung, die nur bestehen kann, wer den damit verbundenen Change-Prozess als Change-Management, vor allem in der Personalentwicklung versteht. Denn: Eine erfolgreiche Digitalisierung erfordert nicht nur befähigte Manager*innen, sondern zur Digitalisierung bereite Mitarbeitende.

Der Schritt hin zur Digitalisierung, New Work und der Transformation zu einer modernen Verwaltung bedarf einer Strategie für die gesamte Organisation, die auch die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen mit einbezieht. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin muss sich diesen neuen Rahmenbedingungen stellen, weshalb der erste Fokus im gesamten Prozesses auf der Anpassungsfähigkeit aller Beteiligten liegen sollte. Ängste und Widerstände müssen überwunden werden auf dem Weg zur Verwaltung 4.0, in der die menschliche Intelligenz und die Empathie, der Technik und künstlicher Intelligenz überlegen sind.

Wertschöpfung erkennen, verstehen und beeinflussen

Das zentrale Ziel wirtschaftlicher Ökosysteme ist die Wertschöpfung. Prozesse sollen möglichst effektiv, effizient und für jeden nachvollziehbar sein. Jede Tätigkeit im Prozess soll direkt oder zumindest indirekt zur Wertschöpfung beitragen, also dem (Zwischen-) Produkt einen messbaren Mehrwert verleihen. Dazu müssen alle Beteiligten die Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren von Wertschöpfung – jetzt und in der Zukunft – erkennen, verstehen und positiv beeinflussen können.

Der Bereich emotionale, soziale und motivationale Kompetenzen wurde dabei in der Vergangenheit schmerzlich vernachlässigt und systematisch durch technologische und rationale Kompetenzen substituiert. Eine Dysbalance, die sich negativ auf die Wertschöpfung auswirkte, da Mitarbeiter:innen nicht ausreichend mitgenommen wurden und so die Motivation oder Begeisterung für Innovation und neue Organisationsprozesse fehlte. Durch die konsequente Verknüpfung der kognitiven und sozialen Kompetenzen aller Mitarbeiter:innen können vollkommen neue Leistungspotentiale der Wertschöpfung in Organisationen generiert werden. Der Erfolg hängt immer von Menschen ab: Je leistungsfähiger und zufriedener sie sind, desto mehr tragen sie – gerne und gemeinsam – zu der Wertschöpfung bei. Human Performance Enablement ist das Zauberwort.

Erfolgreiche Transformation durch Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter

Persönlichkeitsentwicklung bedeutet eine persönliche Transformation: Die eigene Einstellung überdenken, das Bewusstsein verändern und Selbstreflexion, die Ziele der Organisation und die geteilte Identität von Unternehmen und Mitarbeiter:innen. Die sozialen Kompetenzen jedes einzelnen Mitarbeiters spielen eine Schlüsselrolle dabei, die Transformation der Organisation zu begleiten und bestreiten.

Über Umsetzung und Nachhaltigkeit von Maßnahmen entscheidet jede:r einzelne Mitarbeiter:in, sie dabei mitzunehmen und zu befähigen und gleichzeitig ihre Motivation zu steigern, gelingt durch achtsame Kommunikation und ehrliches Interesse am Menschen. In einem Umfeld, in dem Wertschätzung gelebt wird, Mitarbeitern die Möglichkeit geboten wird, sich individuell weiterzubilden und ihre Skills zu trainieren, verbessert sich die Zusammenarbeit und somit auch die Einstellung und das Bewusstsein, Teil des Unternehmenserfolgs zu sein.

Stärken und Schwächen erkennen

Das gilt für alle Mitarbeiter, vom Werkstudenten bis zur Führungskraft und der Unternehmensleitung. Organisationsweites Coaching der Soft-Skills sind dazu das geeignetste Mittel, am besten skalierbar und für alle zugänglich. Denn: In einer modernen, partnerschaftlichen Beziehung sind es die sozialen Kompetenzen, die einen fähigen Vorgesetzten ausmachen, in dem er seine Führung so gestaltet, dass der Mitarbeiter seine volle Leistung und seine individuellen Talente gerne und bewusst einsetzt, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Mitarbeiter:innen übernehmen ebenso Führung und Verantwortung, indem sie den Vorgesetzten klar kommunizieren, was ihre Bedürfnisse sind und auch, dass sie verstanden und akzeptiert haben, was der Vorgesetzte von ihnen erwartet. Dasselbe gilt für die interne Zusammenarbeit oder die Interaktion mit Kunden oder Partnern. Wenn nun jede*r die Möglichkeit bekommt, seine Stärken und Schwächen hinreichen kennenzulernen und in das eigene Ökosystem einzubringen, bedeutet das Fortschritt und weniger Krisenpotential.

Humanoide Intelligenz als Schlüssel zum Erfolg

Nachhaltige Transformationen berücksichtigen von Beginn an beide Erfolgsfaktoren: Fachkompetenz und Sozialkompetenz. Das Ökosystem Organisation bietet so allen eine stabile Orientierung und stärkt durch die kontinuierliche beidseitige Kommunikation das Wir-Gefühl. Scheitern von Projekten, Verzögerungen von Maßnahmen und Frustration im Team werden dadurch seltener. Es ist folglich nicht die künstliche Intelligenz, sondern die humanoide Intelligenz, die der Schlüssel zum Erfolg der Digitalisierung und der gelungenen Transformation zur Verwaltung 4.0 darstellt. (sg)

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