„Die Coronapandemie hat uns allen einen dramatischen Perspektivwechsel beschert und unser Leben – wie wir es bis dahin kannten – elementar verändert": Heike Heim, Vorsitzende der Geschäftsführung der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21).

„Die Coronapandemie hat uns allen einen dramatischen Perspektivwechsel beschert und unser Leben – wie wir es bis dahin kannten – elementar verändert": Heike Heim, Vorsitzende der Geschäftsführung der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21).

Bild: ©DEW21

Im Rennen um die Nachfolge von Guntram Pehlke als Vorstandsvorsitzender des Dortmunder Stadtwerkekonzerns DSW21 ist eine Vorentscheidung gefallen. Mit Unterstützung von Bündnis 90/Die Grünen will die SPD Heike Heim, 52-jährige Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Dortmunder Energie- und Wassertochter DEW21, vorschlagen.

Da die Parteien im Dortmunder Rat zusammen eine Mehrheit haben, gilt die Wahl der Energiemanagerin als sicher. Zuvor muss noch der DSW21-Aufsichtsrat zustimmen.

SPD und Grüne mit Personalpaket

Schon länger galt Heim als Favoritin für die Pehlke-Nachfolge. Die CDU verweigerte jedoch die Unterstützung, weshalb die im Rat stimmenstärkste SPD auf grüne Hilfe angewiesen war. Die Sozialdemokraten stellen mit Thomas Westphal auch den Oberbürgermeister.

Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich SPD und Grüne nun auf ein umfassendes Personalpaket. Demzufolge stimmt die Ökopartei für die SPD-Wunschkandidatin Heim als neue DSW21-Vorstandsvorsitzende.

Grüne Federführung bei DEW21-Neubesetzung

Im Gegenzug sollen die Grünen "federführend" den dann frei werdenden Chefposten bei der DEW21 auswählen. Die Geschäftsführung beim städtischen Telekommunikationstochter Dokom21 wiederum soll im Sommer 2024 in Absprache mit allen großen Fraktionen neu besetzt werden, teilte die SPD mit.

Die DSW21 dürfte Heim nach mehr als fünfeinhalb Jahren an der Spitze der größten Konzerntochter wohl vertraut sein. Unter ihrer Führung trieb der Energieversorger die Wärmewende in der Stadt voran, baute sein Erneuerbaren-Portfolio aus und gründete die digitale Vertriebstochter Stadtenergie. Auch die konsequente Digitalisierung des Unternehmens war ein Schwerpunkt.

Pehlke geht vorzeitig

Vor ihrem Wechsel in die Ruhrmetropole war Heim jahrelang in der internationalen Unternehmensberatung tätig gewesen. 2011 wurde sie Bereichsleiterin Controlling und Risikomanagement beim Mannheimer Energiekonzern MVV. Eineinhalb Jahre später wechselte sie als Vorstandsvorsitzende zur MVV-Tochter Energieversorgung Offenbach.

Vor wenigen Monaten hatte DSW21-Chef Pehlke überraschend bekannt gegeben, Ende Juni dieses Jahres aufzuhören. Sein Vertrag wäre noch bis Mitte 2026 gelaufen. Hintergrund für das vorzeitige Ausscheiden waren private Gründe. (Die ZfK berichtete.) Pehlke hatte die Leitung des Stadtwerkekonzerns 2006 übernommen. Zuvor war der einflussreiche Manager mit SPD-Parteibuch als Kämmerer der Stadt Dortmund tätig gewesen.

Einer der größten Kommunalkonzerne Deutschlands

Die DSW21 ist einer der größten Kommunalkonzerne Deutschlands. In ihren Zuständigkeitsbereich fällt der öffentliche Nahverkehr in Dortmund. Zudem ist sie beispielsweise mehrheitlich an der DEW21 (60 Prozent, die restlichen Anteile hält die Eon-Tochter Westenergie), am Flughafen Dortmund Airport und an der Wohnungsbaugesellschaft Dogewo 21 beteiligt.

Ferner ist sie größter kommunaler Einzelaktionär des Essener Energiekonzerns RWE. Auch am Steag-Konzern ist die DSW21 zu 36 Prozent beteiligt, will die Anteile jedoch verkaufen. (aba)

Klimaneutral werden bis 2035, die Wärmewende stemmen, neue Projekte mit digital orientierten Unternehmen: Anfang 2022 erzählte DEW21-Chefin Heike Heim im ZfK-Podcast "Jetzt mal unter uns", wie sie das alles anpackt. Zudem ging es um den Dortmunder Tatort und ihr Motorrad. Hier geht's direkt zum Podcast.

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