Stephan Rolfes, Mobilitätschef bei den Stadtwerken Osnabrück

Stephan Rolfes, Mobilitätschef bei den Stadtwerken Osnabrück

Bild: © Stadtwerke Osnabrück

Die Suche nach einem neuen Führungsteam bei den Stadtwerken Osnabrück dürfte mit dem vorzeitigen Abgang des langjährigen Mobilitätschefs Stephan Rolfes noch dringlicher geworden sein.

Eigentlich lief Rolfes' Vertrag bis zum 31. März 2023. Nun aber soll er fast ein halbes Jahr früher, sprich zum 15. Oktober, in den Ruhestand gehen, wie einer Presseaussendung der Stadtwerke zu entnehmen ist. Eine Begründung für diesen Schritt geht aus dem Schreiben nicht hervor.

"Ära mitgestaltet"

Stattdessen würdigte die Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende und Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) "unter anderem die erfolgreiche Einführung der E-Busse" in Osnabrück als Verdienst Rolfes'. Er habe im öffentlichen Nahverkehr "eine Ära mitgestaltet".

Der promovierte Jurist war nach Stationen beim Land Niedersachsen und beim Landkreis Osnabrück 2000 als Vorstand für Mobilität zu den Stadtwerken Osnabrück gewechselt.

Vorreiter bei E-Bussen

In dieser Funktion verantwortete er die konsequente Umstellung der Stadtbusflotte von Diesel- auf Batteriefahrzeuge. 2019 wurde Rolfes vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen für sein Engagement mit dem E-Bus-Award ausgezeichnet.

Inzwischen sind nach eigenen Angaben gut zwei Drittel der Stadtwerke-Flotte elektrisch unterwegs.

Sonderfahrt-Affäre

Spätestens seit Bekanntgabe eines millionenschweren Verlusts im Geschäftsjahr 2021 stecken die Stadtwerke Osnabrück in einem tiefgreifenden, schmerzhaften Umbruch. In der Folge verließ der bisherige Vorstandsvorsitzende Christoph Hüls das Unternehmen und wurde durch Interimschef Stefan Grützmacher ersetzt. Hüls' Vorstandskollege Rolfes dagegen durfte weitermachen.

In die Kritik geriet Rolfes, als er im Juni nach Darstellung der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) den Ausfall eines Linienbusses genehmigte, um eine spontane Sonderfahrt für leitende Stadtbeamte zu ermöglichen. "Ich habe dazugelernt und würde so eine Entscheidung so nicht wieder treffen", entschuldigte sich Rolfes wenig später auf einer Pressekonferenz, wie die örtliche "NOZ" berichtete. "Aus heutiger Sicht war das richtig doof."

Nachfolgersuche hat begonnen

Nach Rolfes' Abgang soll Grützmacher allein die Geschicke der Stadtwerke verantworten. Doch auch er behält seine Funktion nur für eine Überganzgszeit. Ihm soll eine komplett neue Vorstandsspitze folgen. Der Aufsichtsrat habe bereits mit der Suche nach einem neuen Führungsteam begonnen, heißt es in der Presseaussendung. (aba)

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