Die Personalnachfrage ist trotz aktueller wirtschaftlicher Unsicherheiten sehr hoch: Auf der Karriereplattform Stepstone waren im September 126 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als noch im September 2020. Eine aktuelle Stepstone-Studie mit 700 Personalverantwortlichen in Deutschland zeigt außerdem, wie Unternehmen die Situation am Arbeitsmarkt derzeit wahrnehmen.
So gaben 57 Prozent der Befragten an, dass der zunehmende Wettbewerb um die besten Fachkräfte eine der größten Herausforderungen für ihren Geschäftserfolg darstelle. Zum Vergleich: Dass die steigenden Energie- und Rohstoffpreise zu den größten Herausforderungen zählen, meinten nur 29 Prozent. 26 Prozent sehen die konjunkturellen Entwicklungen und 24 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als erfolgskritischste Faktoren an.
83 Prozent finden nicht genügend Kandidat*innen
"Arbeiterlosigkeit ist kein Problem der Zukunft", sagt Sebastian Dettmers, CEO bei Stepstone. "Wir stecken bereits mittendrin. In den letzten zwei Jahren hat sich die Lage in den Unternehmen extrem zugespitzt." Die Fachkräftestrategie der Bundesregierung setze dazu an der richtigen Stelle an. "Jetzt gilt es, diese zügig umsetzen, sonst gefährden wir den Wohlstand unserer Gesellschaft."
82 Prozent der befragten Personalverantwortlichen gaben zudem an, dass sie im Unternehmen einen Produktivitätsverlust durch unbesetzte Stellen spüren. 2019 waren es noch 60 Prozent. Und: Ebenfalls acht von zehn Recruiter*innen (83 Prozent) sagen, dass es eine Herausforderung für sie sei, genügend Kandidat*innen für ihre offenen Stellen zu finden.
Um Zuwanderung werben
Ein Hebel - und auch Teil der neuen Fachkräftestrategie der Bundesregierung - ist dabei Zuwanderung. "Deutschlands heutiger Wohlstand wäre ohne die Unterstützung von Millionen von Einwanderern nicht denkbar und wird es auch in Zukunft nicht sein", sagt Stepstone-Chef Dettmers.
Deshalb müsse Deutschland in Zukunft aktiv um qualifizierte Zuwanderung werben. "Wir müssen endlich Bürokratie abbauen und dafür sorgen, dass ausländische Abschlüsse einfacher anerkannt werden und die Zugewanderten mit ihren Familien echte Chancengleichheit erleben", so der Manager. (jk)



