Eine Studie hat untersucht, warum viele Frauen noch immer vor MINT-Berufen zurückschrecken. (Symbolbild)

Eine Studie hat untersucht, warum viele Frauen noch immer vor MINT-Berufen zurückschrecken. (Symbolbild)

Bild: © VAKSMANV/AdobeStock

Schon heute fehlen in vielen Regionen und Branchen gut ausgebildete Fachkräfte – für mehr Klimaschutz, für die Gestaltung des digitalen und des demografischen Wandels. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren verstärkt fortsetzen. Laut aktuellem Fachkräftemonitoring sind 2026 etwa 240.000 Arbeitsplätze mehr zu besetzen, als Arbeitskräfte verfügbar sein werden. Für viele Betriebe ist die Suche nach Fachkräften schon heute eine existenzielle Frage.

"Fachkräftesicherung ist Wohlstandssicherung. Wir brauchen jeden klugen Kopf und jede helfende Hand, um wirtschaftlich stark zu bleiben. Denn wir können unser Land nur mit ausreichend gut qualifizierten Fachkräften moderner, digitaler und nachhaltiger gestalten", so Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). "Deshalb gehört die Fachkräftesicherung zu unseren dringlichsten Aufgaben."

Die neue Fachkräftestrategie

Um dem wachenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzt die Bundesregierung mit ihrer Fachkräftestrategie auf fünf Handlungsfelder.

Zeitgemäße Ausbildung: Die duale Berufsausbildung bleibt grundlegend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Von großer Bedeutung seien moderne und attraktive Ausbildungsangebote und eine frühzeitige und umfassende Berufsorientierung für alle Schülerinnen und Schüler.

Gezielte Weiterbildung: Weiterbildung ist in Zeiten des Strukturwandels notwendiger denn je. Die Beschäftigten von heute sollen ermächtigt werden, die Arbeit von morgen ausführen zu können. Daher wird die Bundesregierung die Angebote für Weiterbildung und Qualifizierung ohne Altersbegrenzung für alle leichter zugänglich machen.

Online-Weiterbildungsplattform

Um Weiterbildungsinteressierte bei der Orientierung zu unterstützen, wird die Bundesagentur für Arbeit mit finanzieller Unterstützung des Bundes eine "Nationale Online-Weiterbildungsplattform" einrichten. Als zusätzliches Förderinstrument soll eine Bildungs(teil)zeit eingeführt werden.

Arbeitspotenziale wirksamer heben, Erwerbsbeteiligung erhöhen: Bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen gebe es noch viel Potenzial – insbesondere bei Müttern. Sie arbeiten häufig in Teilzeit. Zwar zeigen die Bemühungen der letzten Jahre Wirkung, insbesondere der Ausbau der Kindertagesbetreuung und der familienbezogenen Leistungen, die Bundesregierung wird jedoch ihre Anstrengungen für eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen intensivieren. Etwa durch mehr Angebote zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung und den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung.

Verbesserung der Arbeitsqualität, Wandel der Arbeitskultur: Der Bundesregierung zufolge braucht Deutschland eine mitarbeiterorientierte Arbeitskultur und Angebote für einen flexiblen Übergang in den Ruhestand, damit Fachkräfte gern und länger im Beruf bleiben. Die Bundesregierung unterstützt Projekte, die helfen, die Arbeitskultur in den Betrieben zu verbessern.

Flexi-Rente bekannter machen

Außerdem will die Bundesregierung die Flexi-Rente durch bessere Beratung bekannter machen. Ziel ist es, ältere Erwerbstätige länger im Erwerbsleben zu halten.

Moderne Einwanderungspolitik: Darüber hinaus setze Deutschland auf die Einwanderung ausländischer Fachkräfte. Hier gelte es unter anderem, Verwaltungsverfahren und die Anerkennung von Berufsabschlüssen zu vereinfachen. Aber auch der unkomplizierte Mit- und Nachzug von Familien und deren Integration in Gesellschaft, Ausbildung und Arbeitsmarkt gehörten dazu. Außerdem sollen in den Herkunftsländern Beratungsangebote und Sprachkurse für Einwanderungsinteressierte ausgebaut werden.

25 Prozent der Stellen neu besetzen

"Für unsere umfassende Energieversorgung wie auch erfolgreichen Klimaschutz brauchen wir qualifizierte Fachkräfte", sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Neben dem jetzt schon hohen und stetig steigenden Bedarf an qualifizierten Kräften müssen Prognosen zufolge in den kommenden zehn Jahren zudem 25 Prozent der Stellen in der Branche neu besetzt werden."

"Wir haben der Bundesregierung eine Ausbildungsoffensive vorgeschlagen, die schon in der Grundschule beginnt. Damit können Kinder frühzeitig an technische Themen herangeführt werden, denn wir brauchen sie als Ingenieure, Mechatroniker, Elektriker und Schlosser für die Energiewende", so Andreae.

Nachfrage nach Ingenieur*innen sehr groß

Großen Bedarf gebe es für Energie-, Klimaschutz- oder Umweltingenieurinnen und -ingenieure. Bei der Installation und Wartung von Windenergieanlagen vor den Küsten gebe es schon heute einen Mangel an Fachkräften. Auch für Ingenieurinnen und Ingenieure, die die künftige Energieversorgung durch intelligente Netze steuern werden, sei die Nachfrage sehr groß.

"Energieunternehmen benötigen zudem zusätzliche IT-Fachkräfte, damit beispielsweise die Kommunikation zwischen der Netzleitstelle und dem Haushalt intelligent wird", so die BDEW-Chefin weiter. "Auch der Fachkräftemangel im Handwerk wirkt sich auf die Energiewirtschaft aus, zum Beispiel bei energetischen Gebäudesanierungen für die Umsetzung der Wärmewende oder der Installation von PV-Anlagen." (jk)

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