Der Münchner Klimatechnikanbieter Tado hat den österreichischen Stromversorger Awattar gekauft. Das gaben die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.
Mit der Übernahme will Tado zu einer wichtigen Technologieplattform werden, die den Energieverbrauch der Kunden automatisch und über verschiedene Anwendungen hinweg auf Zeiten niedriger Preise verlagert. Tado war bislang vor allem für seine smarten Thermostate bekannt.
Dynamische Tarife
Awattar gilt als Pionier bei dynamischen Stromtarifen. Seit fast zweieinhalb Jahren bietet das 2014 gegründete Unternehmen Stromtarife namens "Hourly" an, die sich stündlich am Preis der Kurzfristbörse Epex Spot orientieren. Grundlage dafür sind intelligente Stromzähler.
Nach eigenen Angaben hatte Awattar noch im September eine Kundenzahl im mittleren vierstelligen Bereich. Angesichts stark gestiegener Börsenstrompreise nahm es seine dynamischen Tarife hierzulande für Neukunden vom Markt. (Die ZfK berichtete.)
Awattar begrüßt Übernahme
Voraussichtlich noch in diesem Quartal wollte Awattar mit neuen flexiblen Tarifen samt intelligenter Messsysteme an den Markt gehen. Zudem plante es Tarife für Elektroautos und Wärmepumpen, möglicherweise auch in Verbindung mit Solaranlagen, wie Awattar-Chef Simon Schmitz in einem Interview mit der ZfK sagte. Drittens sollten spezielle Nachttarife in Verbindung mit intelligenten Messsystemen konzipiert werden. (Hier geht's zum Interview mit Awattar-Chef Schmitz.)
Die Übernahme begrüßt Schmitz laut Pressemitteilung. "Wir sind schon seit langem große Fans von Tado", heißt es. Er könne kaum erwarten, die Technologien der beiden Unternehmen gemeinsam für die Kunden weiterzuentwickeln.
Mehrwert für Kunden
Wie Awattar dabei helfen könnte, skizziert Tado so: Die zeitvariablen Tarife der Österreicher ermöglichten nicht nur für das Heizen, sondern auch für das Laden von Elektrofahrzeugen und Photovoltaik-Anwendungen algorithmischen Handel und Abrechnung, heißt es in der Pressemitteilung. Die Technologien von Awattar böten den Kunden dabei einen großen Mehrwert.
Mit der Übernahme werden Schmitz und Awattar-Finanzchef Peter Netbal neue Tado-Gesellschafter. Ihre bisherigen Ämter bei Awattar führen sie fort. (aba)



