Ulf Kämpfer ist seit 2014 Oberbürgermeister der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel

Ulf Kämpfer ist seit 2014 Oberbürgermeister der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel

Bild: © Landeshauptstadt Kiel/Pepe Lange

Ulf Kämpfer wird im April 2026 das Amt des VKU-Präsidenten niederlegen. Das teilte der SPD-Politiker in einer Rundmail mit, die der ZfK vorliegt. Es sei ihm eine Ehre, "diesen tollen Verband" in einer politisch bewegten Zeit repräsentieren zu können, schrieb er.

Hintergrund der Entscheidung ist, dass Kämpfer keine dritte Amtszeit mehr als Kieler Oberbürgermeister anstrebt. Der Sozialdemokrat wurde 2014 Oberhaupt der norddeutschen Stadt und ihrer 250.000 Einwohner. Sechs Jahre später wurde er mit einer Mehrheit von fast zwei Dritteln im ersten Wahlgang im Amt bestätigt.

Nachfolger von Ebling

Im November 2022 übernahm Kämpfer von Michael Ebling das Präsidentenamt des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).

Der langjährige Mainzer Oberbürgermeister wechselte seinerseits als Innenminister in die Landesregierung von Rheinland-Pfalz. (Die ZfK berichtete.)

Möglicher Herausforderer von Daniel Günther?

In die Landespolitik könnte es auch Kämpfer ziehen. Zuletzt wurde er als Herausforderer des populären Schleswig-Holsteiner Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) gehandelt. Regulär wird im nördlichsten Bundesland Deutschlands 2027 ein neuer Landtag gewählt.

In der Rundmail ließ Kämpfer seine Zukunft offen. In der Vergangenheit hatte der nun 52-Jährige aber angedeutet, dass er sich noch jung genug fühle, "um vielleicht noch etwas Anderes in Angriff zu nehmen".

Früher Habeck-Staatssekretär

Für den Sozialdemokraten und gelernten Juristen wäre die Landespolitik jedenfalls alles andere als Neuland. Von 2012 bis 2014 war Kämpfer nicht zuletzt Staatssekretär im Energiewende-Ministerium von Schleswig-Holstein.

Sein Chef damals: der jetzige Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne). Seine damalige Amtskollegin, Staatssekretärin Ingrid Nestle, ist inzwischen energiepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag.

Beginn im Energiekrisenmodus

Kämpfer übernahm das VKU-Präsidentenamt, als die Kommunalbranche noch mitten im Energiekrisenmodus steckte. Der Ruf nach einem Schutzschirm für Stadtwerke blieb dabei im politischen Berlin ungehört.

Mehr Erfolg könnte das auch von Kämpfer vorangetriebene Ansinnen haben, die Kommunalbranche durch die Einrichtung eines Energiewendefonds zu unterstützen. Gemeint ist ein Mix aus staatlicher Hilfe und Anreizen für mehr private Investitionen.

Werben um Energiewendefonds

"Wir müssen im Prinzip die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, dass sich das Eigenkapital dahinwendet, wo es Geld verdienen kann im Zusammenhang kommunaler Unternehmen", versprach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) anlässlich des 75. Geburtstags des VKU.

"Genug davon ist da. Und wenn das baulich investiert wird, dann sind das auch rentable Investitionen, die getätigt werden."

"Müssen Freiheit verteidigen"

Klar positionierte Kämpfer den VKU gegen Extremismus von links und rechts. Ebenfalls anlässlich des 75. Geburtstags des Stadtwerkeverbands erinnerte er daran, dass die Arbeit des VKU parteipolitisch neutral sei.

"Aber sie ist nicht wertelos und sie ist auch nicht unpolitisch, sondern entschieden parteiisch: für die freiheitliche demokratische Ordnung. [...] Diese Freiheit verteidigen wir gegen Angriffe – von wem auch immer sie kommen mögen." Das täten kommunale Unternehmen auch im eigenen Interesse. "Feinde der Demokratie sind auch immer Feinde der kommunalen Selbstverwaltung."

Liebing: Kämpfer "sehr guter Präsident"

In einer ersten Reaktion würdigte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing, der ebenso aus Schleswig-Holstein stammt, Kämpfer als sehr guten Präsidenten, "der uns mit strategischer Weitsicht, einem lösungsorientierten Politikstil und viel Herzblut durch unruhige Zeiten führt. Wir bedauern, dass er durch den Verzicht auf eine erneute Kandidatur im April 2026 auch das VKU-Präsidentenamt abgeben wird."

In den vergangenen Jahrzehnten bekleidete überwiegend ein sozialdemokratisches Oberhaupt einer deutschen Großstadt das Präsidentenamt des VKU, während der Hauptgeschäftsführer aus den Reihen der Union kam. Vor Kämpfer und Ebling waren der damalige Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner (2012-2016) und der damalige Hannoveraner Rathauschef Stephan Weil (2007-2012), der im Anschluss Ministerpräsident Niedersachsens wurde, VKU-Präsidenten. Wer Kämpfer nachfolgt, könnte erst 2026 feststehen. "Der Zeitraum ist mehr als ausreichend für ein sorgsam vorbreitetes und geordnetes Verfahren und eine sehr gute Nachfolge", hieß es vom VKU.

Blick nach Frankfurt und Potsdam

Zu den SPD-Politikern, die Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt ohne Stadtstaatstatus sind und gleichzeitig im Präsidium des Deutschen Städtetags sitzen, zählen derzeit Frankfurts Mike Josef (41), Potsdams Mike Schubert (51), Triers Wolfram Leibe (64), Regensburgs Gertrud Maltz-Schwarzfischer (64) und Münchens Dieter Reiter (66). (aba)

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