Wird im Juni BDEW-Präsidentin: Entega-Chefin Marie-Luise Wolff.

Wird im Juni BDEW-Präsidentin: Entega-Chefin Marie-Luise Wolff.

Bild: © Entega

Neuer Gesellschafter, neues Führungsteam. Innerhalb weniger Monate hat sich der Vorstand des größten deutschen Gasimporteurs Uniper runderneuert.

Den Schlusspunkt setzt Handelschef Niek den Hollander, der den Konzern "auf eigenen Wunsch" verlässt, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Für ihn übernimmt Carsten Poppinga, der zuletzt Führungsaufgaben beim Energiehändler Statkraft Markets in Düsseldorf übernommen hatte.

Neuer Handelschef ist Mathematiker

Laut Pressemitteilung bleibt den Hollander noch bis Ende Juli im Konzern. Sein Vertrag wäre eigentlich bereits im Mai ausgelaufen. Allerdings habe er sich bereit erklärt, länger zu bleiben, um den Übergang "bestmöglich" zu gestalten. Am 1. Oktober steigt dann Poppinga ein.

Der künftige Handelsvorstand ist Mathematiker. Internationale Handelserfahrung sammelte er unter anderem beim österreichischen Energieriesen OMV. Zuletzt leitete er beim deutschen Tochterunternehmen des norwegischen Konzerns Statkraft den europäischen und US-amerikanisdchen Energiehandel.

Neuer Chef beginnt am 1. Juli

Derzeit besteht das Uniper-Führungsteam aus Finanzvorständin Jutta Dönges, Betriebschef Holger Kreetz und den Hollander. Wie nun ebenfalls bekannt wurde, wird Michael Lewis, der derzeit noch die Eon-Tochter Eon UK leitet, am 1. Juli neuer Vorstandsvorsitzender von Uniper werden.

Dass Lewis die Nachfolge des Ende Februar aus dem Amt geschiedenen Klaus-Dieter Maubach antreten wird, hatte Uniper bereits Anfang März publik gemacht. (Die ZfK berichtete.) Das Eintrittsdatum stand damals noch nicht fest.

Katastrophenjahr 2022

Bereits im Januar hatte Dönges Tiina Tuomela als Finanzvorständin abgelöst. Im Februar übernahm dann Kreetz von David Bryson.

Uniper war nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wirtschaftlich enorm unter Druck gekommen. Insbesondere seitdem Vertragspartner Gazprom zugesicherte Gasmengen nicht mehr lieferte, häufte der Gasimporteur einen Schuldenberg in Milliardenhöhe an und musste am Ende vom Bund gerettet werden.

Bund steigt ein

In der Folge kaufte die Bundesregierung dem bisherigen finnischen Mehrheitseigentümer Fortum alle Anteile ab und erhöhte ihren Anteil auf insgesamt 99 Prozent. (aba)

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