Biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe in sinnvollen Anwendungsbereichen einzusetzen – darauf liegt der Fokus der neuen „Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft“ (INAK). Die Initiative bildet sich aus einem Zusammenschluss von Unternehmen, Zertifizierern und Entsorgern, und geht aus dem ehemaligen „Verbund kompostierbare Produkte“ hervor.
Mit dem Ziel, nachhaltige Produktlösungen und Kreisläufe zu entwickeln und die Umweltbelastung durch Mikroplastik zu reduzieren, macht die INAK in ihren Umweltschutzaktivitäten den nächsten wichtigen Schritt. Sie knüpft dabei an die Arbeit des Verbundes an, der sich bereits seit 2014 für die getrennte Sammlung von Bioabfällen und die Zulassung von industriell kompostierbaren Bioabfallbeuteln einsetzt.
Neue Maßnahmen für neue Ziele
„In den vergangenen 10 Jahren haben wir als ‘Verbund kompostierbare Produkte e.V.’ bereits viel erreicht, insbesondere mit der Etablierung zertifiziert kompostierbarer Bioabfall-Sammelbeutel für die saubere Getrenntsammlung von Biogut in den Haushalten“, sagt Peter Brunk, Vorsitzender des Verbunds.
Als INAK sollen die Ziele nun noch weiter gefasst werden. „Wir wollen den Fokus aufweiten, auf die Rolle biologisch abbaubarer Materialien für eine echte, geschlossene Kreislaufwirtschaft, in der wertvolle Ressourcen nicht als Abfall verloren gehen, sondern – nach dem Vorbild der Natur – in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden können“, so Brunk.
Neue Anwendungsmöglichkeiten für abbaubare Kunststoffe
Die meisten Kunststoffprodukte können und sollen bereits heute werkstofflich recycelt werden, um die Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten. Es gibt jedoch eine Reihe von speziellen Kunststoffanwendungen, die nicht für Recycling in Frage kommen, weil sie entweder für den Verbleib in der Natur, z. B. in der Land-, Forst- und Gartenwirtschaft, bestimmt sind, durch Abrieb in die Umwelt gelangen oder über andere Stoffströme, wie beispielsweise Kompost, in die Natur gelangen.
Biologisch abbaubare und kompostierbare Materialien können an dieser Stelle einen wichtigen Beitrag leisten, um den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt zu vermeiden. Die "BioSinn"-Studie des Nova-Instituts hat das Potenzial solcher Materialien untersucht und eine Reihe von Anwendungsbereichen identifiziert. Darunter zum Beispiel Mulch-Folien, Bindegarne, Folien für die kontrollierte Freisetzung von Dünger und Borsten für Kehrmaschinen.
Innovationen für eine nachhaltige Zukunft
Nach Ansicht der Initiative hat der Biotechnologiestandort Deutschland aufgrund der wissenschaftlichen Expertise sowie der zahlreichen etablierten Unternehmen und Start-ups großes Potenzial, um erhebliche Ressourcen in die Forschung, Entwicklung und Produktion von biobasierten, kompostierbaren und biologisch abbaubaren Produkten zu investieren.
„Was uns fehlt, sind rechtliche Rahmenbedingungen, die neue Technologien und Lösungsansätze ermutigen und am Markt etablieren,“ erklärt Carmen Michels, Vorständin der INAK. Dies sei aber vor allem vor dem Hintergrund der Transformationsaufgaben zum Schutz von Klima, Umwelt und Ressourcen unabdingbar.
„Als INAK möchten wir daher zu einem sachlichen Dialog beitragen und uns gemeinsam mit Wissenschaft, Industrie und Politik für eine ergebnisoffene Prüfung sinnvoller Einsatzbereiche für biologisch abbaubare Kunststoffe einsetzen“, betont Michels, die ab dem 11. Oktober 2024 anlässlich der INAK-Mitgliederversammlung den Vorsitz des Verbandes von Peter Brunk übernehmen wird. (hb)




