Die Hauptverwaltung von BS Energy.

Die Hauptverwaltung von BS Energy.

Bild: © BS Energy

Überraschung in Braunschweig: Der Veolia-Konzern möchte nach über 20 Jahren seine Mehrheitsbeteiligung an dem Energieversorger BS Energy veräußern. Das hat die Führung des auf die Geschäftsfelder Energie, Wasser und Entsorgung spezialisierten Unternehmens Anfang der Woche schriftlich dem Braunschweiger Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) mitgeteilt.

Begründet wird der Schritt mit der Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung des Konzerns. Veolia Deutschland, eine Tochter des aus Frankreich stammenden Mutterkonzerns Veolia, hält aktuell 50,1 Prozent an BS Energy. Laut Pressemitteilung bevorzugt Veolia einen Verkauf der Beteiligung an die bisherigen Minderheitsgesellschafter, die Stadt Braunschweig (25,1 Prozent) und die Thüga AG (24,8 Prozent). Der Konzern bereite sich jedoch auch auf andere Konstellationen vor, heißt es weiter in der Pressemitteilung der Stadt. Gespräche mit den anderen Gesellschaftern sollen zeitnah erfolgen.

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Auch Wassergeschäft von Veolia soll zum Verkauf stehen

Laut ZFK-Informationen soll Veolia vor einigen Monaten auch sein Wassergeschäft in Deutschland zum Verkauf gestellt haben. Das Unternehmen ist unter anderem auch an den Stadtwerken Weißwasser und Görlitz beteiligt.

Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt BraunschweigBild: © Daniela Nielsen/Stadt Braunschweig

Wir bedauern ausdrücklich die Entscheidung von Veolia.

Thorsten Kornblum

Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig


"Als Stadt bedauern wir ausdrücklich die Entscheidung von Veolia, sich von der Beteiligung an BS Energy trennen zu wollen", wird Oberbürgermeister Thorsten Kornblum in dem Communiqué zitiert. Die Stadt müsse es letztlich akzeptieren, wenn sich ein langjähriger Partner strategisch neu aufstelle. Kornblum, der im Ehrenamt April dieses Jahres auch Präsident des Verbands VKU ist, sprach von einer sehr erfolgreichen und stets partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Als ein konkretes Beispiel nannte er den Kohleausstieg und die Dekarbonisierung der Erzeugungsanlagen im Kraftwerk Mitte.

Die Stadt werde nun zeitnah Gespräche mit Veolia aufnehmen und ausloten, ob ein Erwerb der bisher von Veolia gehaltenen Beteiligung möglich sei. Diese Gespräche würden sicher etwas Zeit in Anspruch nehmen. Die städtischen Gremien und die Öffentlichkeit würden wieder informiert, wenn ein Ergebnis der Gespräche greifbar sei.

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Veolia ist seit 2005 Mehrheitsgesellschafter bei BS Energy


Im ZFK-Interview im Juni hatte Kornblum die damals eher theoretische Frage nach einer Rekommunalisierung ausweichend beantwortet und auf die bundesweit schwierige Finanzlage der Kommunen verwiesen. Man sei froh, dass man Veolia und die Thüga mit ihrem Know-how mit an Bord habe, betonte er damals.

Veolia Deutschland ist seit 2005 Mehrheitsgesellschafter von BS Energy. Ursprünglich hielt das Unternehmen sogar 74,9 Prozent der Anteile an dem Braunschweiger Energieversorger. 2018 stieg die Thüga bei BS Energy mit ein und erwarb einen Teil der Anteile von Veolia. Die jeweiligen Anteile werden unmittelbar über eigene Beteiligungsgesellschaften gehalten, die Veolia BS|ENERGY Beteiligungs GmbH, die Braunschweig Beteiligungen GmbH und die Thüga BS Beteiligungsgesellschaft mbH.

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BS Energy hält Beteiligungen an verschiedenen Stadtwerken

BS Energy ist an mehreren Stadtwerken beteiligt, darunter Gifhorn, Elm-Lappwald und Springe. Der Energieversorger aus Niedersachsen hat über 1200 Mitarbeitende, der Umsatz im Jahr 2024 lag bei über 800 Millionen Euro.

Die Geschichte der kommunalen Energieversorgung in Braunschweig reicht bis ins Jahr 1865 zurück; die Marke BS Energy entstand allerdings erst im Jahr 2001. 2002 verkaufte die Stadt 74,9 Prozent der Anteile an den amerikanischen Energieversorger TXU. Dieser zog sich aber nach kurzer Zeit aus dem europäischen Markt zurück; die Beteiligung wurde dann von Veolia übernommen.

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