Von Hanna Bolte
Deutsche unterschätzen den Fortschritt der Energiewende: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger schätzt den Anteil fossiler Kraftwerke an der Stromerzeugung zu hoch ein. Das ergab eine aktuelle Befragung der Marktforscher von Appinio im Auftrag des Ökostromanbieters Tibber.
Rund 57 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass im Jahr 2024 der meiste Strom in Deutschland aus Kohle- oder Gaskraftwerken kam. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes sind es jedoch nur 37,4 Prozent. Windkraft stellt mit 31,4 Prozent die größte Quelle da. Es folgten Kohle mit 22,5 Prozent, Gas mit 14,9 Prozent und Solarenergie mit 13,8 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass die Befragten den Anteil der fossilen Energieträger deutlich überschätzen.
Missverständnisse und Veränderungsbereitschaft
Insgesamt sorgen sich 80 Prozent der Befragten um die Versorgungssicherheit in Deutschland. Neunzig Prozent machen sich Gedanken über steigende Strompreise. "Unser Strom wäre ohne den großen Anteil Erneuerbarer heute teurer. Leider glauben große Teile der Bevölkerung immer noch an Mythen, wenn es um die Energiewende geht", sagt Tibber-Deutschland-Chef Merlin Lauenburg. Allein das schwankende Angebot aus erneuerbaren Energien sei schon eine Herausforderung.
Für Tibber als Anbieter von dynamischen Tarifen liegt die Lösung auf der Hand, deshalb wurde in der Umfrage auch nach den dynamischen Tarifen gefragt: Die Ergebnisse zeigen zudem eine hohe Veränderungsbereitschaft der Menschen für ihren Stromverbrauch. 65 Prozent der Teilnehmenden würden ihren Verbrauch zeitlich anpassen, um nachhaltiger zu handeln. 73 Prozent würden dies aus finanziellen Gründen tun.




