Auch wegen der Finanzprobleme bei der Erneuerbarentochter Baywa Re läuft die Sanierung des Konzerns offenbar nicht nach Plan. Der Vorstand führt nun vorsorgliche Gespräche mit Finanzierungspartnern und Hauptaktionären.
Die finanzielle Situation bei Baywa Re gefährdet die erhoffte Erholung bis 2028. Bis dahin war ein Verkauf der Beteiligung an der Erneuerbarentochter, der eine finanzielle Gesundung des Unternehmens mit sich bringen sollte, geplant gewesen.
Verzögerungen bei Erneuerbarenprojekten
Der Vorstand der Baywa AG geht vor dem Hintergrund erkennbarer Marktentwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien in den USA und Europa derzeit davon aus, dass es möglicherweise zu wesentlichen Abweichungen bei der Geschäftsplanung der Baywa Re kommen könnte, so der Konzern in einer Pflichtmitteilung für die Börse.
In den USA hatte Präsident Donald Trump im vergangenen Juli sämtliche Steuervorteile für den Erneuerbarenausbau gestrichen, was auch Baywa Re traf. In mehreren europäischen Ländern hat sich der Zubau von Wind- und Sonnenenergie ebenfalls verlangsamt.
Nun muss der Konzernvorstand vermutlich seine Planung anpassen, wobei der Baywa AG nach eigenen Angaben bislang keine konkreten Zahlen vorliegen.
Drohende Lücke erheblich
Die drohende Lücke scheint jedoch erheblich zu sein. Der Baywa-Vorstand hat demnach vorsorglich Gespräche mit den wesentlichen Finanzierungspartnern und Hauptaktionären aufgenommen, um die "Refinanzierungsfähigkeit" der Aktiengesellschaft am Ende des Sanierungszeitraums sicherzustellen.
Im März vergangenen Jahres zeigte sich der Konzern angesichts der neuen Kredite der Gläubigerbanken noch deutlich optimistischer. Der Baywa-Konzern ist allerdings seit 2024 als Folge einer missglückten internationalen Expansion in Schieflage. In deren Verlauf hatte das für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor allem im Süden und Osten Deutschlands wichtige Münchner Unternehmen Bankschulden von über fünf Milliarden Euro angehäuft.
Ein Pfeiler der gescheiterten Strategie war der Vorstoß ins Ökostromgeschäft, das eigentlich zusätzliche Erlöse bringen sollte und Baywa nun schwer belastet. 2024 hatte der Konzern einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro geschrieben. Auch dabei spielte Baywa Re eine beträchtliche Rolle, nicht zuletzt, weil die Baywa AG den Buchwert der Tochter in der Bilanz senken musste.




