Erneuerbare Energien: PPAs sollen den Ausbau vorantreiben.

Erneuerbare Energien: PPAs sollen den Ausbau vorantreiben.

Bild: © AdobeStock/Arman

Im Vorjahresvergleich konnten die größten kommunalen Direktvermarkter ihre Plätze halten – angeführt von MVV, EWE und Trianel.

Mehrere kommunale Unternehmen bauen ihr Geschäftsfeld Direktvermarktung aus. Innerhalb eines Jahres ist das Direktvermarktungsportfolio der zehn top-platzierten kommunalen Direktvermarkter in Summe um 2200 Megawatt (MW) gewachsen.

Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil eine Reihe ganz großer Direktvermarkter Portfolioeinbußen meldete. Der diesjährige Spitzenreiter aus Düsseldorf, Quadra Energy, gab an, dass sich sein Portfolio um 300 MW auf 10.100 MW verringert habe. Auch weitere top-platzierte Direktvermarkter wie Next Kraftwerke, Statkraft oder Gewi berichteten von einem Rückgang der vermarkteten Kapazitäten.

MVV mit neuem Vermarktungsangebot

"Einen ersten Schritt sind wir diesbezüglich mit dem deutschlandweit erstmaligen Angebot der Vermarktung von SRL aus Onshore-Wind gegangen", so MVV weiter. Die Bewirtschaftung von Co-Locations wie Erneuerbaren-Erzeugungsanlagen und Speichern werde zudem im nächsten Schritt an Bedeutung gewinnen.

Im Bereich der Flexibilitätsbewirtschaftung bleibe der Batteriespeichermarkt für die Mannheimer "ein zentrales Wachstumsfeld", hieß es auf ZFK-Anfrage. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Direktvermarktung der Erneuerbaren-Kapazitäten mit der Vermarktung von Flexibilität mehr und mehr zusammenwachsen werde.

Im Jahresverlauf ist ihr Direktvermarktungsportfolio um 405 MW gewachsen. Diese deutliche Entwicklung führt Ane vor allem auf den PV-Anteil des Portfolios zurück. "Als großer PV-Vermarkter streben wir ein ausgewogenes Portfolio zwischen volatilen und flexiblen Anlagen an, um Vermarktungsrisiken zu minimieren", hieß es dazu aus Husum auf Anfrage.

Bei den Platzierungen landete MVV Energie vor EWE Trading aus Oldenburg und der Stadtwerkekooperation Trianel aus Aachen. Die Stadtwerke München haben sich mit einem Zuwachs von 240 MW den vierten Platz gesichert. Auf dem fünften Platz landete Ane Energie, die mehrheitlich den Hamburger Energiewerken gehört.

EWE führt PV-Ranking an

Nach Größe des PV-Direktvermarktungsportfolios geordnet, landet EWE Trading vor MVV sowie den Stadtwerken Rosenheim und München. Die Rosenheimer unterstrichen auf ZFK-Anfrage, welch große Bedeutung die Photovoltaik für sie habe. Bei Batteriespeichern wollen die Rosenheimer nun ebenfalls einsteigen.

Bei der Windkraft bleibt MVV Energie mit 4600 MW der mit Abstand größte kommunale Direktvermarkter. Ane Energie kommt als Zweitplatzierter auf 1874 MW. Auf dem siebten Platz landete Sachsenenergie mit 354 MW. Die Dresdner merkten an, dass neue Börsenprodukte die Komplexität der Direktvermarktungsprozesse erhöht hätten. Dazu zählen nach Angaben des Unternehmens die 15-Minuten-Abregelung gegenüber der Stundenregelung nach § 51 EEG (6h, 4h). Zudem würden alte Windkraftanlagen beim ständigen Hoch- und Runterfahren "auf Verschleiß" fahren.

Wind- und Solarenergie bilden weiterhin die Schwerpunkte der meisten Portfolios der Direktvermarkter. Für die Oldenburger EWE ist traditionell aber auch Biomasse ein wichtiger Teil des Portfolios – nur die privaten Konkurrenten Energy2Markets und Next Kraftwerke vermarkten hier noch mehr Megawatt. Bei Wasserkraft steht EWE mit 40 MW direkt hinter den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (50 MW) auf Platz zwei.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper