Reichlich Bewegung im Harz: In Halberstadt soll "Vor dem Huy" gebaut werden. (Symbolbild)

Reichlich Bewegung im Harz: In Halberstadt soll "Vor dem Huy" gebaut werden. (Symbolbild)

Bild: © Roland Weihrauch/dpa

Vor den Toren von Halberstadt in Sachsen-Anhalt wollen die Stadtwerke einen Windpark bauen. Bei der Bürgerbeteiligung gehen sie dabei einen neuen Weg.

Für den Windpark "Vor dem Huy" gehen die Halberstadtwerke von einer Investition in Höhe von 100 bis 150 Millionen Euro aus. Geplant sind neun bis 15 Windenergie-Anlagen (WEA) mit einer Leistung von mindestens sieben Megawatt je Windrad.

"Wir sind schon seit Projektbeginn vor knapp zwei Jahren mit Einwohnern in den betroffenen Ortsteilen sowie mit Grundstückseigentümern im konstruktiven Austausch, vor allem, um sie von Anfang an entsprechend mitzunehmen", erklärt Pressesprecher Sebastian Gloger-Hübner. "Aktuell führen wir Gespräche mit rund 100 Grundstücksbesitzern." Ein Flächenpool von 265 Hektar ist angestrebt.

Bei den Gesprächen sei vermehrt die Frage nach einer Beteiligung der Eigentümer am Windpark gestellt worden. Auch die Ortschaftsräte hätten dieses Anliegen bezüglich der Bürger in den Ortsteilen entsprechend gespiegelt. Die Lösung: Eine Bürgergenossenschaft.

Wir sehen in der Bürgergenossenschaft ein wesentliches Instrument zur Teilhabe der Bürger.

"Wir sehen in der Bürgergenossenschaft ein wesentliches Instrument zur Teilhabe der Bürger in den Ortsteilen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum künftigen Windpark leben", so Gloger-Hübner. Die Genossenschaft befindet sich nun in der Gründung. Sie soll auch weitere Projekte zum Bau regenerativer Anlagen in Halberstadt und den Ortsteilen ermöglichen. Konkrete Vorhaben zur Photovoltaik gäbe es bereits. Nach der Realisierung des Windparks sollen die Bürger über die Genossenschaft Mitgesellschafter der Windpark-Betreibergesellschaft werden.

"Damit wird die Gesamtinvestition zum einen finanziell auf eine breitere Basis gestellt, zum anderen gehen wir davon aus, dass die Beteiligungsmöglichkeit die Akzeptanz regenerativer Projekte in der Region erhöht", erklärt Gloger-Hübner. Nach den ersten veröffentlichten Informationen zum Projekt und Berichten in der regionalen Presse sei das Interesse sehr groß. Die Stadtwerke fragen das Interesse der Einwohner und der Eigentümer der Flächen auch direkt ab.

Ein neuer Schritt für die Stadtwerke

"Eine Beteiligung von Bürgern in Form einer Genossenschaft ist auch für uns Neuland", berichtet Gloger-Hübner. Klassischerweise hatten die Stadtwerke ihre Projekte mit Eigenkapital und Bankdarlehen finanziert. Sie haben auch Erfahrungen mit Bürgerbeteiligungen in Kooperation mit Banken.

"Aufgrund der sehr guten Bonität unseres Unternehmens sowie der Eigenkapitalausstattung und dem niedrigen Verschuldungsgrad hatten wir bisher keinerlei Herausforderungen in der Finanzierung unserer Projekte", sagt der Sprecher. "Wir sehen aber mittelfristig mit der Transformation der Energiewirtschaft in eine dekarbonisierte Welt signifikante Herausforderungen in der Finanzierung der gesamten Branche und damit auch unserer Investitionen." Deshalb wollen die Halberstadtwerke auch in diesem Punkt zukünftig neue Wege beschreiten.

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