Die N-Ergie aus Nürnberg hat das Geschäftsjahr 2023 mit deutlich besseren Zahlen abgeschlossen als das davor. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit stieg drastisch auf 304,5 Mio. Euro – 2022 lag es noch bei 185,5 Mio. Euro. Laut Vorstandssprecher Maik Render hat der Anstieg vor allem zwei Gründe: Zum einen erzielte der Energieversorger zu Zeiten hoher Handelspreise "gute Erlöse" aus seinen regenerativen und konventionellen Kraftwerken, so Render vor Journalisten.
6 Mrd. Euro Umsatz
Als zweiten Grund nannte er das "überaus erfolgreich" verlaufene Großkundengeschäft. Dazu käme, dass sich Risiken in Bezug auf Energiepreise und Versorgungssicherheit im Jahresverlauf "weitgehend auflösten". Ebenfalls stark gestiegen sind die Umsatzerlöse, von 4,5 Mrd. Euro im Jahr 2022 auf jetzt mehr als 6 Mrd. Euro.
Die kommunalen Anteilseigner erhalten dadurch nun mehr Geld. Insgesamt führt die N-Ergie 149,3 Mio. Euro ihres Ergebnisses an sie ab. 122 Mio. Euro davon entfallen auf die Städtischen Werke Nürnberg. Eine Ausgleichzahlung in Höhe von 27,3 Mio. Euro erhält die Thüga. In dem Jahr davor belief sich die Summe noch auf 109,9 Mio. Euro. Kleinere Gewinnanteile zum Beispiel in Höhe von insgesamt rund 150.000 Euro gehen an Aktionäre.
"Immenser Finanzbedarf"
Weitere 149 Mio. Euro verbleiben im Unternehmen und sollen die Eigenkapitalquote stärken. Eine wichtige Voraussetzung, um den "immensen Finanzbedarf" der kommenden Jahre mittels Fremdkapital decken zu können. Denn die N-Ergie will "massiv" investieren, insbesondere in den Ausbau erneuerbarer Energien, die Strom- und Wärmenetze.
Der größte Posten von 1,3 Mrd. Euro soll dabei bis zum Jahr 2030 in den Stromnetzausbau fließen. Das Netz soll "substantiell" wachsen, um die stetig steigenden Mengen Grünstrom aufnehmen und transportieren zu können.
Keine Situation wie in Oranienburg
Eine Situation wie in Oranienburg schloss Vorständin Magdalena Weigel für ihr Netzgebiet indes aus. "Wir sind weit entfernt davon, nicht mehr anschließen zu können." Gleichwohl müsse jetzt investiert werden. Die Stadtwerke Oranienburg führen seit kurzem keine Netzanschlüsse mehr durch. Sie begründen das mit Kapazitätsengpässen unter anderem durch die starke Zunahme von Wärmepumpen.
Investitionen von 1 Mrd. Euro bis 2040 plant die N-Ergie darüber hinaus für die Fernwärmeinfrastruktur ein. Als "Mittel der Wahl" vor dem Hintergrund der Wärmewende soll das Netz wachsen. Nicht nur "zahlreiche" neue Quartiere sollen angeschlossen, sondern auch neue Ausbaugebiete abgesteckt werden.
Mit weiteren 600 Mio. Euro soll die Fernwärme außerdem spätestens 2035 klimaneutral erzeugt werden, etwa durch Großwärmepumpen. Aktuell betrage der fossile Anteil noch knapp 30 Prozent. Immerhin 300 Mio. Euro sind für Erneuerbarenanlagen vorgesehen. Die N-Ergie will ihr Erzeugungsportfolio vor allem durch neue Windkraftanlagen "deutlich ausbauen".
2023 Ausnahmejahr?
Das zuletzt abgeschlossene Geschäftsjahr könnte jedoch ein Ausnahmejahr sein. "Angesichts unserer massiven Investitionen werden wir mittelfristig kaum mehr an das Geschäftsergebnis 2023 anknüpfen können", räumte Vorständin Weigel ein. Die kommenden Jahre würden ein "absoluter Kraftakt".
Die N‑Ergie versorgt Teile Mittelfrankens und angrenzende Gebiete mit Strom und Erdgas sowie die Stadt Nürnberg zusätzlich mit Trinkwasser und Fernwärme. An dem Energieversorger sind die Stadtwerke Nürnberg mit 60,2 Prozent und die Thüga mit 39,8 Prozent beteiligt. (dz)
