Das Jahr 2022 hatten die Stadtwerke Bad Kissingen noch mit einem deutlichen Defizit von 22,9 Millionen Euro abgeschlossen. Aus der finanziellen Misere zog der Versorger personelle Konsequenzen und verabschiedete einen Sanierungsplan, der "organisatorische, strategische und finanzielle Neuausrichtung" vorsah. Bereits 2023 folgte ein Überschuss von 5,2 Millionen Euro. Auch das Geschäftsergebnis 2024 fällt mit 5,208 Millionen Euro positiv aus.
Aufgrund der "äußerst positiven geschäftlichen Entwicklung sowie der vorzeitigen Erreichung definierter Zielgrößen" konnte der Sanierungszeitraum zum 31. Oktober 2025 nach gemeinsamer Abstimmung mit den finanzierenden Banken, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie dem den Sanierungsprozess begleitenden Beratungshaus Concentro Management vorzeitig beendet werden, heißt es aus Bad Kissingen.
Eigenkapitalquote steigt wieder
Das bayerische Unternehmen blicke nach der vorzeitig beendeten Sanierungsphase optimistisch in die Zukunft, so der Oberbürgermeister von Bad Kissingen und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Dirk Vogel.
Zum Jahresende 2025 habe der Versorger zudem wieder eine Eigenkapitalquote von über 25 Prozent erreicht. Aufgrund der schwierigen Geschäftsjahre 2021 und 2022 war diese zuvor auf lediglich 17 Prozent gefallen, weshalb umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung der Gesellschaft eingeleitet werden mussten, teilten die Stadtwerke mit. "Dies stärkt unsere finanzielle Stabilität und gibt uns Rückenwind für die zukünftige Transformation", sagte Geschäftsführer Ralf Merkl. Nach dem Ende der Sanierungsphase setze der Versorger seine operative Restrukturierung mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Investitionen in Wachstumsfelder und die Stärkung der Kapitalbasis fort.
Wende mit neuer Spitze
Anja Binder und Ralf Merkl übernahmen die Geschäftsführung der Stadtwerke zum 1. Oktober 2023 in einer schwierigen Phase. 2022 schlossen die Stadtwerke mit einem Defizit von 22,9 Millionen Euro ab. Der Fehlbetrag entstand laut Vogel zum einen aufgrund der Energiekrise und einer ungünstigen Beschaffung am Markt; hier beziffert er den Verlust auf 12,9 Millionen Euro. Weitere zehn Millionen Euro waren zur Bildung einer Drohverlustrückstellung notwendig.
Die vom Aufsichtsrat eingesetzte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte zudem Unstimmigkeiten beim Erwerb von CO₂-Zertifikaten nach Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) festgestellt. Gegen den damaligen Geschäftsführer der Stadtwerke, Manfred Zimmer, hatte die Stadt vor dem Landgericht Schweinfurt am 15. November 2024 eine Zivilklage eingereicht.



