Die Bogasanlage im baden-württembergischen Eschbach speist jährlich bis zu 60 Gigawattstunden ins Erdgasnetz ein.

Die Bogasanlage im baden-württembergischen Eschbach speist jährlich bis zu 60 Gigawattstunden ins Erdgasnetz ein.

Bild: © Badenova/Jonas Conklin

Von Hans-Peter Hoeren

Der Energiedienstleister Badenova verkauft seine beiden Biogasanlagen in den baden-württembergischen Orten Eschbach und Neuried an Aviro Energie. Die Transaktion ist Teil einer strategischen Fokussierung der Badenova auf die Kernbereiche Windkraft, Windkraft, Photovoltaik, Geothermie und grüne Fernwärme. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Das Geld soll laut Pressemitteilung die "Investitions- und Umsetzungskraft" für die Energiewende weiter erhöhen. Badenova will bis 2035 klimaneutral sein.

"Die Übergabe der Biogasanlagen an Avrio Energie schafft Freiräume für gezielte Investitionen im Kerngeschäft und stellt gleichzeitig sicher, dass die Biogasanlagen in einem spezialisierten Umfeld weiter ausgebaut werden", sagt Badenova-Vorstand Dirk Sattur.
 

Käufer Aviro Energie verdoppelt Biomethan-Kapazität

Die Biogasanlage im Gewerbepark Eschbach zählt laut Badenova zu den größten ihrer Art in der Region und speist jährlich bis zu 60 Gigawattstunden (GWh) Biogas ins Erdgasnetz ein. Die Anlage in Neuried erzeugt derzeit Strom in vier Blockheizkraftwerken (circa 12 GWh pro Jahr) und soll künftig auf Biomethanproduktion umgerüstet werden.
Aviro Energie verdoppelt durch die Übernahme ihre Biomethan-Kapazität auf über 200 Gigawattstunden pro Jahr. Geplant sind umfassende Investitionen in die Modernisierung und Effizienzsteigerung. Die Mitarbeitenden an beiden Standorten werden übernommen.

Das Unternehmen betreibt bislang zwei Standorte in Thüringen und bringt Erfahrung in der Umrüstung von Biogasanlagen auf Biomethanproduktion mit. Badenova wird das in den Anlagen produzierte Biomethan weiterhin für die Versorgung ihrer Blockheizkraftwerke und Fernwärmekunden nutzen. 

Badenova steht vor Milliardeninvestitionen

Der Freiburger Energiedienstleister investiert in den kommenden Jahren Milliarden in die Energiewende, dafür wird allein eine halbe Milliarde Euro an zusätzlichem Eigenkapital benötigt, wie Vorstandssprecher Hans-Martin Hellebrand gegenüber der ZfK erklärt hat. Das Unternehmen will bis 2035 ein Gigawatt Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien installieren – davon mindestens 400 Megawatt aus neuen Windkraftanlagen in der Region, rund 300 Megawatt aus regionalen Photovoltaikanlagen und Speichern sowie rund 300 Megawatt aus überregionalen Projekten.

Das Portfolio der Badenova im Bereich erneuerbare Stromerzeugung beträgt laut eigenen Angaben derzeit knapp 100 Megawatt Leistung aus Wind- und Photovoltaikprojekten in unterschiedlichen gesellschaftsrechtlichen Konstellationen. Dieses soll in den nächsten Jahren deutlich gesteigert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf dem regionalen Zubau, wie Matthias Welss, Mitglied der Geschäftsleitung von Badenova Wärmeplus bestätigte.

Auch PV will Badenova in der Region massiv ausbauen

Ein großer Schritt zur Erreichung dieses Ziels habe bereits mit der Einreichung der Genehmigungsanträge von sieben mit einer Gesamtleistung von 150 Megawatt vollzogen werden können. Weitere Genehmigungsanträge würden derzeit vorbereitet.

"Bei der Photovoltaik planen wir im Laufe des nächsten Jahrzehnts die Installation von Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 300 Megawatt" so Weiss weiter. Aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden Photovoltaikprojekte zunehmend mit Speicherlösungen kombiniert. Daher plane man gerade zusätzlich die Installation von mehreren Speichern sowohl in Kombination mit regionalen Photovoltaikanlagen als auch als Stand-alone-Lösungen bei Umspannwerken. Auch im Bereich Photovoltaik entwickle man viele Projekte gemeinsam mit Partnern, wie beispielsweise aktuell mit den Gemeindewerken Sinzheim und den Stadtwerken Baden-Baden.

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