Die Haushalte verbrauchen im Schnitt weniger Strom.

Die Haushalte verbrauchen im Schnitt weniger Strom.

Bild: @AdobeStock/ napaporn

Haushalte verbrauchten 2025 tendenziell weniger Strom. Im Vergleich zum Verbrauchszeitraum 2019/20 sank der Verbrauch über Haushalte unterschiedlicher Größen hinweg im Schnitt um neun Prozent oder 230 Kilowattstunden. Eine rückläufige Tendenz ist vor allem beim Stromverbrauch für übliche Haushaltsgeräte bemerkbar. Das Home-Office wirke sich hingegen zunehmend verbrauchserhöhend aus.

Das geht aus der aktuellen Studie "Stromverbrauch im Haushalt 2025" hervor. Im Auftrag des BDEW und seiner Marktpartnerorganisation HEA hat "prolytics market research" rund 8500 Haushalte befragt. Hinzu kam eine Sonderstichprobe von rund 1000 Prosumer-Haushalten.

Besonders deutlich war der Verbrauchsrückgang bei Einpersonenhaushalten, dort betrug er 18 Prozent. Die Zweipersonenhaushalte sparten im Schnitt rund zwölf Prozent. Insgesamt schwankt die Menge des jährlichen Stromverbrauchs über Haushalte unterschiedlicher Größen hinweg in hohem Maße. Und insgesamt gewinnt das Thema Stromsparen an Bedeutung: Laut Studie legen inzwischen 69 Prozent der Haushalte Wert auf einen sparsamen Verbrauch.

Kerstin Andreae ist seit 2019 Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.Bild: © Thomas Trutschel/Photothek/BDEW

Digitalisierung, Home-Office, Prosuming und Verbrauchssteuerung werden immer bedeutsamer im Alltag.

Kerstin Andreae

Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung

Digitalisierung im Alltag

"Der Stromverbrauch in privaten Haushalten verändert sich – Digitalisierung, Home-Office, Prosuming und Verbrauchssteuerung werden immer bedeutsamer im Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher", kommentierte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, die Studienergebnisse.

Haushalte würden zunehmend die Vorteile einer flexiblen und effizienten Stromnutzung entdecken. Erfreulich sei, dass eine große Mehrheit bewusst auf einen sparsamen Verbrauch achtet und viele bereit sind, Strom wenn möglich dann zu nutzen, wenn er günstig und erneuerbar verfügbar sei, fügte sie hinzu.  

Home-Office als wichtiger Treiber

Haushalte mit regelmäßiger Home-Office-Nutzung verbrauchen demnach im Durchschnitt mehrere hundert Kilowattstunden Strom pro Jahr mehr als vergleichbare Haushalte ohne mobiles Arbeiten. Als wesentliche Treiber nennt die Untersuchung die längeren Laufzeiten von IT-Geräten, zusätzliche Beleuchtung sowie die stärkere Nutzung von Küchengeräten während des Tages. Besonders in Haushalten mit mehreren berufstätigen Personen steigt der Verbrauch spürbar an. Die Studie verweist darauf, dass sich durch hybride Arbeitsmodelle die Lastprofile privater Haushalte zunehmend verändern.

Infotainment verbraucht mehr – Kühlschränke und Co weniger

Mittlerweile nutzen private Haushalte fast ein Drittel ihres Stroms für Informations- und Kommunikationselektronik, etwa für Fernseher und Computer. Arbeiten Haushaltsmitglieder im Home-Office, macht sich auch das verbrauchserhöhend bemerkbar. Der Verbrauchsanteil für Kühl- und andere Hausgeräte hat hingegen tendenziell abgenommen. Die Veränderungen der letzten Jahre im Stromverbrauchsverhalten der Privathaushalte seien enorm, waren aber bislang kaum quantifiziert, heißt es in der Studie.

Das wird in den Zahlen deutlich: Informations- und Kommunikationstechnologien wie Laptops, Fernseher und Router beanspruchen mit 29 Prozent den größten Anteil am Stromverbrauch im Haushalt. Die Verbräuche für Beleuchtung, Waschen und Trocknen sowie Kühlen, Spülen oder Kochen fallen deutlich geringer aus und lagen unter 14 Prozent.

Der Kostenfaktor

Welche Rolle spielt der Strompreis beim Stromverbrauch? Mit unterschiedlich hohen Einkommen lassen sich laut BDEW-Erhebung erhebliche Unterschiede im Verbrauchsverhalten feststellen. Haushalte mit niedrigerem Einkommen reagieren erwartungsgemäß sensibler auf steigende Strompreise, da Energiekosten einen deutlich größeren Anteil an ihrem verfügbaren Budget ausmachen.

Die Studie verweist darauf, dass gerade diese Haushalte häufiger aktiv Strom sparen oder ihren Verbrauch einschränken. Gleichzeitig zeigt sich, dass höhere Einkommen im Durchschnitt größere Wohnflächen und mehr elektrische Geräte nutzen, was den Stromverbrauch erhöht. Der Strompreis entwickelt sich damit zunehmend zu einem direkten Steuerungsfaktor des Verbrauchsverhaltens – mit sozial unterschiedlich starken Auswirkungen.

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