Die Stadtwerke Bielefeld wollen bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein. Um das Ziel zu erreichen, plant das Unternehmen zusätzliche Ausgaben in Milliardenhöhe. Das geht aus dem jetzt vorgelegten "Aktionsplan Klimaschutz" hervor. Als Zwischenziel möchten die Stadtwerke aus Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 2018 reduzieren.
"Keine abstrakte Bedrohung mehr"
Klimawandel sei keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern "ist Realität mit spürbaren Auswirkungen", sagte Geschäftsführer Rainer Müller. Als Beispiel nennt sein Unternehmen "perspektivisch" die Wasserversorgung. Dem vor Ort entgegenzusteuern, sei für ein kommunales Unternehmen wie den Stadtwerken Bielefeld Auftrag und Verpflichtung zugleich, so Müller. Fünf Handlungsfelder stehen insgesamt im Fokus: Neben dem Trinkwasser sind das die Bereiche Wärme, Strom und Mobilität sowie die Sektorenkopplung.
Die Unternehmensgruppe beziffert das nötige Investitionsvolumen auf rund zwei Milliarden Euro bis 2040 – ohne die Mittel zum Substanzerhalt. Davon sollen etwa 900 Millionen (Mio.) Euro in den Ausbau der Nah- und Fernwärmeinfrastruktur fließen. 750 Mio. Euro sind sowohl für das Stromnetz als auch für neue Grünstromanlagen vorgesehen. Hintergrund sei etwa die wachsende Zahl an Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen.
Weitere 270 Mio. Euro wollen die Stadtwerke in die Mobilität investieren. Die Fahrzeugflotte soll künftig emissionsfrei unterwegs sein. Und 90 Mio. Euro schließlich sollen die Wasserversorgung sichern.
Allerdings werden die Mittel nicht allein aufgebracht. Die benötigten Investitionen, "werden die bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens an ihre Grenzen bringen", heißt es aus Bielefeld. Unverzichtbar seien daher staatliche Förderungen als auch Investitionsanreize. Es soll darüber hinaus "ausreichend" Fremdkapital mobilisiert werden.
Energiepreise stabilisieren
Neben dem Beitrag zum Klimaschutz hoffen die Stadtwerke außerdem, dadurch die Energiepreise stabilisieren zu können. "Wir machen uns weniger abhängig von Energieimporten aus dem Ausland und sorgen für eine zuverlässige und nachhaltige Versorgung", führte der Geschäftsführer weiter aus. Müller ist überzeugt: "Je früher wir in den Klimaschutz investieren, desto geringer werden langfristig die Energie- und Folgekosten in Summe in Deutschland sein".
Der Aktionsplan stütze sich auf bestehende Vereinbarungen wie das Klimaschutzprogramm des Bundes oder das Handlungsprogramm Klimaschutz der Stadt Bielefeld. Das 54-seitige Papier ist online auf der Website des Stadtwerks einsehbar. (dz)



