Das Vorhaben beider Unternehmen sieht vor, den Wasserstoff mittels Elektrolyse direkt in Dortmund zu erzeugen. Der dafür benötigte Strom soll aus den Erneuerbarenanlagen vor Ort stammen, beispielsweise aus den Windparks von DEW 21.
Diesen Wasserstoff will DGW in seinen Produktionsprozessen verwenden. Dieser Rohstoff lass sich in dem Kugelspeicher der DEW 21 zwischenlagern und könnte dann die Leistungsspitzen der Wärmeversorgung abdecken und für klimaneutrale Backup-Kapazitäten sorgen. Zu der Größe der Anlage und der geplanten Produktionsmengen machen die Projektpartner noch keine Angaben.
Die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme will der Dortmunder Versorger dann für die Fernwärmeversorgung nutzen. Mit dem Wasserstoffprojekt bestehe dann die Chance, Klimaneutralität in der Fernwärme bereits 2027 zu erreichen, ordnete Peter Flosbach, Technischer Geschäftsführer bei DEW 21, das Vorhaben ein.
Auch Mutterkonzern setzt auf Wasserstoff
Mit diesem Projekt setzt DEW 21 den Startpunkt für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Dortmund und ergänze damit die H2-Aktivitäten ihres Mutterkonzerns DSW 21, die sich mit der Wasserstoffproduktion für ÖPNV und Verkehr befasst, hieß es weiter. Im Mai dieses Jahres ist DSW 21 mit einem Anteil von 20 Prozent beim Wasserstoffprojekt in Hamm eingestiegen. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit der Trianel sowie den Stadtwerken Hamm und Bochum zum Bau eines Elektrolyseurs. Ab 2026 soll er grünen Wasserstoff produzieren.
80 Prozent bei CO2-Reduktion erreicht
Beim Thema klimaneutrale Wärmeversorgung gehört Dortmund bundesweit zu den Vorreitern. Mit Umstellung der Fernwärmeversorgung in der Dortmunder Innenstadt hat DEW 21 bei CO2-Einsparung bereits eine wichtige Marke von 80 Prozent erreicht.
Seit dem Projektstart 2017 zum Umbau der Dortmunder Wärmeversorgung hat DEW 21 das alte Dampfnetz zurückgebaut und durch Nahwärme-Quartierslösungen und moderne Fernwärmeleitungen ersetzt. Als "ein Glücksgriff für beide Seiten", wie beide Unternehmen betonen, erwies sich dabei die Kooperation mit den Deutschen Gasrußwerken. Seit der aktuellen Heizperiode stehen DGW mit 55 MW Abwärmeleistung den Dortmunder Haushalten ganzjährig zur Verfügung. Nun werde diese Zusammenarbeit mit dem Wasserstoffpilotprojekt ausgebaut.
"Wir haben ein fossiles Kraftwerk verdrängt und eine hohe CO2-Einsparung ermöglicht", sagte Siegfried Moritz, CFO der Deutschen Gasrußwerke. Die Unternehmen gehen nun die Wasserstofferzeugung im Kontext industrieller Prozesse und klimaneutraler Logistik an. (am)



