Herr von Harrach, Aira will 5 Mio. Haushalte in Europa bis 2033 auf Wärmepumpen umstellen. (Die ZfK berichtete) Was macht Sie so zuversichtlich, dass Sie dieses Ziel einhalten können? Wodurch wollen Sie sich als Unternehmen im Markt abheben?
Deutschland ist im Bereich der nachhaltigen Energien ein Markt mit großen Wachstumschancen. Insbesondere die Wärmepumpe ist hier noch wenig verbreitet. Was uns in Deutschland zusätzlich in die Karten spielt, sind die umfangreichen Fördermöglichkeiten. EU-weit geht der Trend in Richtung Elektrifizierung der Heizmöglichkeiten, was uns für die Expansion in weitere Länder sehr optimistisch stimmt.
Unser klares Ziel bei Aira: Innovative Energietechnik für jedes Haus einfach und erschwinglich zur Verfügung zu stellen – oder neudeutsch gemäß unserem Markenversprechen: "Clean Energy Tech for every home". Die größte Herausforderung in den letzten Jahren waren die langen Wartezeiten für Kund:innen. Und auch heute noch kommen Hersteller teilweise mit der Lieferung von Materialien nicht hinterher und Handwerksbetriebe haben zu wenig Kapazitäten. Potenzielle Kund:innen fürchten nach wie vor lange Wartezeiten und vermehrte Kosten im Zusammenhang mit einer Wärmepumpe. Mit unserem Geschäftsmodell adressieren wir diese Faktoren. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette von Beratung, Vertrieb, Installation und Service selbst ab, das heißt mit eigenen Mitarbeiter:innen – und bilden dafür auch eigenes Personal aus. So können wir sicherstellen, dass wir unser Versprechen, eine Wärmepumpe innerhalb von 30 Tagen zu installieren, einhalten und gleichzeitig zu einem sehr attraktiven Preis anbieten. Das Angebot wird sukzessive ausgebaut und um Angebote für Photovoltaik, Batterien und Wallboxen ergänzt. Damit können wir unseren Kund:innen ein ganzes Ökosystem an sauberen Energielösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Und um allen den Zugang zu unseren Produkten zu ermöglichen, arbeiten wir derzeit an Finanzierungsmodellen wie Miet- oder Finanzierungsoptionen, die wir neben dem Kaufangebot anbieten. Und nicht zuletzt haben wir Ideen, wie die Wärmepumpe der nächsten Generation aussehen könnte - wir forschen bereits daran und werden schon im nächsten Jahr die ersten Produkte aus eigener Fertigung auf den Markt bringen. Durch diese volle Integration setzen wir neue Maßstäbe in puncto Effizienz und Qualität.
Unter anderem hat Aira auch den Aufbau einer eigenen Akademie angekündigt, um Fachkräfte auszubilden. Welche Rolle spielt der Fachkräftemangel aus Ihrer Sicht in der Wärmewende in Deutschland und wie wirkt sich das auf Ihr Geschäftsmodell aus?
Aira ist ein moderner Handwerksbetrieb, der sich der Wärmewende verschrieben hat. Unser Anliegen ist es, zukunftsfähige Technologien zu entwickeln und zu installieren. Die Verfügbarkeit von Fachkräften ist somit für uns natürlich ein wichtiger Faktor. In der SHK-Branche kommt das Thema „saubere Energie“ leider viel zu kurz. Die Aira Academy wird daher Ausbildungen sowie Fort- und Weiterbildungen anbieten, auch für Quereinsteiger:innen. So stellen wir sicher, dass die Aira-Mitarbeiter:innen entsprechend geschult sind, um den Bedürfnissen unserer Kund:innen gerecht zu werden. Auch erfahrene SHK-Fachkräfte können von unserem hochspezialisierten Programm profitieren. Gleichzeitig trägt dieser Ansatz zu unserem holistischen Geschäftsmodell bei und reduziert die Abhängigkeit von externen Faktoren.
Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass unsere Spezialisierung auf zukunftsweisende Technologien besonders interessant und von Vorteil für unsere Mitarbeiter:innen ist und wir damit dazu beitragen, die SHK-Branche wieder attraktiver für Fachkräfte zu machen. Unter anderem ambitionierte Anlagenbauer:innen können von unseren spannenden Entwicklungsmöglichkeiten profitieren.
Wie beurteilen Sie den rechtlichen Rahmen für den Wärmewende in Deutschland derzeit: Wie zufrieden sind Sie mit dem gerade verabschiedeten GEG und den darin vorgesehenen Fördermöglichkeiten?
Zunächst einmal bin ich sehr froh, dass der Schwebezustand endlich überwunden ist und Verbraucher:innen Klarheit haben. Das wird auch die Nachfrage wieder steigern. Die Subventionen bedeuten zwar, dass für einige Projekte die verbleibenden Investitionen höher ausfallen, doch dies wird auch zu Innovationen führen. Anbieter müssen ihr Geschäftsmodell effizienter gestalten und ihre Produkte optimieren. So werden sich auch die Marktpreise regulieren. Wichtig ist, dass wir das Vertrauen und den Glauben in zukunftssichere Technologien stärken. Die Wärmepumpe ist eine Lösung, die sich in vielen anderen Ländern wie Schweden zu Recht durchgesetzt hat. Ich glaube, wir müssen dahin kommen, dass sich sinnvolle und bewährte Technologien auch ohne Subventionen durchsetzen – nur so kommen wir voran. Dazu brauchen wir aber auch passende Rahmenbedingungen: Unser Strompreis gehört zu den höchsten in der Welt und sollte für die private Wärmeerzeugung gesenkt werden. Und natürlich ist der weitere Ausbau von Wind- und Solarenergie wichtig – die Wärmepumpe ist hier ein wichtiger Baustein für die effiziente Auslastung der bestehenden Netze.
Nun ist es an uns, in der zuweilen wenig sachlich geführten Debatte für Orientierung zu sorgen und den Menschen auf Basis von Expertenwissen zur Seite zu stehen, damit sie die richtigen Investitionsentscheidungen für sich selbst und Ihre Familien treffen.
Was genau beinhaltet das "10-Jahre-Rundum-Sorglos Paket", das Sie versprechen? Gibt es schon Details zu der vorgesehenen Finanzierungsmöglichkeit mit monatlichen Zahlungen?
Das 10-Jahre-Rundum-Sorglos-Paket beinhaltet im Wesentlichen zwei Garantien. Zum einen eine 10-jährige Produktgarantie, mit der wir uns von den marktüblichen zwei bis fünf Jahren an Garantie abheben. Zudem beinhaltet es sämtliche Wartungs- und Reparaturkosten. Zum anderen sichern wir unseren Kund:innen noch zusätzlich unsere Komfortgarantie zu: Wir versprechen eine Raumtemperatur von mindestens 20 Grad durch unsere Wärmepumpe, egal zu welcher Jahreszeit.
Finanzierungsmöglichkeiten unserer Produkte durch monatliche Ratenzahlungen bieten wir voraussichtlich ab Anfang nächsten Jahres an.
Die Fragen stellte Julian Korb.



