Blick auf den EDF-Turm in La Défense.

Blick auf den EDF-Turm in La Défense.

Bild: © Be Free/AdobeStock

Frankreichs Stromriese EDF hat das Geschäftsjahr 2022 mit tiefroten Zahlen abgeschlossen.

Infolge von erheblichen Betriebsausfällen im Kernkraftwerkspark und massiven Belastungen durch die staatlich verhängte Energiepreisbremse häufte sich ein Verlust von 17,9 Milliarden Euro an.

Sechs neue Kernreaktoren

Die Verschuldung des vor der kompletten Wiederverstaatlichung stehenden Unternehmens kletterte somit auf 64,5 Milliarden Euro, wie EDF mitteilte. Das Unternehmen könne jedoch auch dieses hohe Verschuldungsniveau tragen, erklärte Konzernchef Luc Rémont am Freitag. Nun aber habe die Sanierung Vorrang.

Der Konzern steht kurz vor der kompletten Wiederverstaatlichung, um genügend finanzielle Reserven für den Ausbau der Erneuerbaren-Sparte sowie den Bau sechs neuer Kernreaktoren zu haben. Die Errichtung acht weiterer Atommeiler soll geprüft werden.

43 von 56 Kernreaktoren wieder in Betrieb

Dieses Jahr läuft es für EDF bislang wieder deutlich besser im Stromerzeugungsgeschäft. Nach eigenen Angaben sind 43 der 56 Kernreaktoren wieder in Betrieb. Im November waren es lediglich 30 gewesen.

Am Donnerstag waren Kernkraftskapazitäten von bis zu 43 Gigawatt am Netz, was ein historisch eher niedriger Wert ist. Der komplette Kernkraftwerkspark in Frankreich weist eine Leistung von 61 Gigawatt auf.

Kostenexplosion bei neuem Kernreaktor

Noch stehen 16 Kernkraftwerksblöcke wegen Korrosionsschäden still. Bis Ende 2023 sollen die letzten dieser Anlagen wieder am Netz sein.

Neues berichtete EDF auch zum umstrittenen neuen Kernreaktor in Flamanville am Ärmelkanal, dessen Bau 2007 begann. Im ersten Halbjahr 2024 soll dieser mit Brennstoff ausgerüstet werden. Die Baukosten werden sich nach neuen Schätzungen auf 13,2 Milliarden Euro belaufen. Ursprünglich waren 3,3 Milliarden Euro veranschlagt.

EDF festigt Vormachtstellung

Gute Nachrichten brachte das vergangene Jahr für die EDF-Erneuerbarensparte. So ging der erste französische Offshore-Windpark in Saint-Nazaire vor der Atlantikküste ans Netz. Die installierte Leistung dort: 480 Megawatt.

Auch auf Endkundenseite festigte EDF seine Vormachtstellung in Frankreich. Nach eigenen Angaben wuchs das Kundenportfolio 2022 um drei Prozent. Der Marktanteil im Geschäftskundensegment betrug demnach 53 Prozent und der Marktanteil im Haushaltskundensegment 71 Prozent. (aba/dpa)

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