EnBW will der Corona-Pandemie trotzen und geht für das laufende Jahr von einem zweistelligen Ergebniswachstum zwischen 13 und 19 Prozent aus

EnBW will der Corona-Pandemie trotzen und geht für das laufende Jahr von einem zweistelligen Ergebniswachstum zwischen 13 und 19 Prozent aus

Bild: © Marijan Murat/dpa

Der Vorstand der EnBW werde die Entwicklung des Unternehmens im Zuge der aktuellen Strategie „EnBW 2025“, aber auch darüber hinaus, konsequent an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten, teilte der Konzern mit.

„Wir werden jede Entscheidung und jede Investition daran messen und dadurch unser zukünftiges Wachstum fest mit Nachhaltigkeit verbinden“, wird EnBW-Chef Frank Mastiaux in einer Presseerklärung zitiert. Ein entsprechend umfassendes Maßnahmenpaket sei dem Aufsichtsrat vorgestellt worden und werde in den kommenden Jahren umgesetzt.

Pariser Klimabkommen als Richtmarke

Im Vordergrund des 25 Maßnahmen starken Programms, das entlang der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales ausgerichtet ist, steht das Ziel, bis 2035 die CO2-Emissionen des Unternehmens auf Netto-Null zu senken, in Teilbereichen sogar deutlich früher. Dabei halte sich die EnBW an die Vorgaben und Zielwerte des Pariser Klimaabkommens, teilte das Unternehmen mit.

„Wir haben das Unternehmen seit 2013 konsequent umgebaut und neu ausgerichtet“, erklärte Mastiaux. Mit der strategischen Ausrichtung auf das Thema kritische Infrastruktur solle dieser Kurs fortgesetzt werden.

Netze BW soll bis 2021 klimaneutral sein

Top-Thema des Maßnahmenpakets sei der Klimaschutz, heißt es in der Pressemitteilung. Erste Konzerngesellschaften, etwa die Energiedienst AG, seien bereits klimaneutral. Anfang 2021 folge mit der Netze BW einer der ersten klimaneutralen Verteilnetzbetreiber in Deutschland. Bis 2030 wolle die EnBW ihre CO2-Emissionen halbieren.

Das Ziel der Klimaneutralität erfordere den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung, der in Deutschland durch das Kohleausstiegsgesetz bis 2038 erreicht werden soll. Derzeit beträgt die kohlebasierte Erzeugungskapazität der EnBW 4,6 GW.

Fuel Switch im Fokus

„Wir haben uns bereits vor dem Kohleausstieggesetz freiwillig von 40 Prozent besonders CO2-intensiver Erzeugung getrennt, aus ökologischen wie wirtschaftlichen Gründen. Bis 2030 werden wir weitere 2500 Megawatt aus dem Betrieb nehmen und dann bis 2035 den kompletten Ausstieg vollziehen“, so Technikvorstand Hans-Josef Zimmer.

Parallel werde das Unternehmen die Möglichkeiten eines Fuel Switch prüfen, das heißt die Umstellung von Kohle auf zunächst klimafreundlichere Gase und im zweiten Schritt dann auf CO2-freie grüne Gase bzw. Wasserstoff.

12 Mrd. Euro Investitionen Ergebniswachstum von 30 Prozent bis 2025

Mit der Strategie 2025 habe sich die EnBW entsprechend ihrer Kernkompetenz auf das Thema kritische Infrastruktur – auch über Energie hinaus – ausgerichtet, teilte das Unternehmen mit. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, der Stromnetze, von Elektromobilität und Telekommunikation sowie dem Aufbau neuer Geschäfte sei gegenüber heute ein deutliches Ergebniswachstum von über 30 Prozent bis 2025 verbunden.

Dafür seien erhebliche Investitionen in Höhe von 12 Milliarden Euro vorgesehen. Schwerpunkte blieben der fortgesetzte Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Strom- und Gasnetze. Diese werden zunehmend ergänzt durch weitere Aspekte nachhaltiger Infrastruktur und nachhaltigen Wirtschaftens, wie etwa der Elektromobilität als wesentlicher Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz, oder auch der Telekommunikation.

Günstige Konditionen für E-Auto-Leasing für alle Mitarbeiter

Auch bei den neuen Geschäftsfeldern der EnBW stehe der Nachhaltigkeitsaspekt im Zentrum aller Überlegungen. Bei der Planung neuer Stadtquartiere, wie zum Beispiel im Projekt des Stuttgarter Stöckach-Areals, setze die EnBW die ökologischen und sozialen Aspekte des gesellschaftlichen Lebens an die erste Stelle, so Kusterer.

So sei beispielsweise der Ausbau der Elektromobilität als Geschäftsfeld begleitet von einem Angebot an die rund 14.000 Mitarbeiter des EnBW-Mutterkonzerns, zu günstigen Konditionen ein E-Fahrzeug leasen zu können, inklusive Lademöglichkeiten an allen EnBW-Standorten.

Nachhaltigkeitskriterien in den Entscheidungsstrukturen verankern

Mit einer Verankerung klar definierter Nachhaltigkeitskriterien in ihren Entscheidungsstrukturen und einer entsprechend durchgängigen Governance verfestige die EnBW ihren Anspruch als nachhaltiger Infrastrukturpartner, teilte das Unternehmen mit. (hcn)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper