Anders als bei Strom- oder Gaspreisen für Endkunden nutze der Energieversorger aus Hannover die Option eines Rabatts, "weil die Fernwärmepreise sich gemäß einer Preisformel gestalten", erläuterte ein Unternehmenssprecher. Diese zeige die aktuelle Kostensituation der Fernwärme auf und dürfe "nicht einseitig geändert werden". Der zum 1. Januar ausgerufene Rabatt auf den Arbeitspreis gelte bis Ende des Monat. erläuterte ein Enercity-Sprecher. Zum 1. Februar sinke der Arbeitspreis dank eines weiteren Rabatts auf 11 Cent/kWh. Zum 1. März steige der Preis dann wieder auf 12 Cent/kWh und bleibe bis Oktober dieses Jahres konstant.
"Der aktuelle Rabatt stellt sicher, dass die Fernwärme bezahlbar bleibt", so Enercity-Vorstand Marc Hansman. Mit der Maßnahme wirkt Enercity nach eigenen Angaben den steigenden Fernwärmepreisen entgegen, die ansonsten durch die in den Fernwärmeverträgen enthaltene komplexe Preisformel auf ein höheres Niveau geklettert wären.
Preissenkungen bei Strom und Gas
Für einen Haushalt in einer 70 Quadratmeter großen Wohnung und einem Verbrauch von 7.000 kWh bringt dieser Rabatt eine Einsparung von 148 Euro pro Jahr, rechnet Enercity vor. Im Vorfeld hatte der Versorger bereits angekündigt, seine Gaspreise für Endkunden zu senken und auf eine Erhöhung des Strompreises wegen gestiegener Übertragungsnetzentgelte zu verzichten.
Neben der Senkung der Fernwärmepreise will Enercity in den kommenden Jahren über eine Milliarde Euro in die Qualität der Fernwärme investieren. Bis 2027 soll ihre Erzeugung zu 75 Prozent klimaneutral sein. Aktuell liege dieser Wert bei 25 Prozent, sagte ein Sprecher der ZfK.
Dafür plant das Unternehmen insgesamt 14 Anlagen, die das Kohlekraftwerk in Stöcken, "möglichst Ende 2026" ersetzen sollen. Über sein Fernwärmenetz will Enercity bis 2040 rund 120.000 Wohneinheiten versorgen und damit das Vierfache des aktuellen Bestands. (am)


