Trotz anhaltender Belastungen durch Energiepreiskrise und Ukrainekrieg ist es in den ersten vier Monaten dieses Jahres zu deutlich weniger Lieferstopps und Pleiten bei Strom- und Gasanbietern gekommen als in den letzten vier Monaten 2021.
Lediglich drei Unternehmen teilten der Bundesnetzagentur seit Jahresbeginn mit, ihre Energielieferung für Haushaltskunden einzustellen, wie die ZfK erfuhr. Darunter befand sich kein einziger Grundversorger. Beide Werte blieben seit der letzten ZfK-Anfrage Anfang Februar unverändert. Dem stehen 14 Energielieferanten gegenüber, die die Aufnahme ihrer Tätigkeit mitteilten.
Strom und Gas: 41 Aufgaben im Jahr 2020
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 hatten nach Angaben der Bundesnetzagentur 41 Energielieferanten angezeigt, keine Haushaltskunden mehr zu beliefern. Dazu zählte auch ein Grundversorger. Der Großteil der Lieferstopps wurde infolge der Strom- und Gaspreisexplosion im Großhandel im Herbst registriert.
Auch die Zahl der öffentlich bekannten Pleiten scheint seit Februar deutlich zurückgegangen zu sein. Nach ZfK-Zählung hatten von September bis Dezember 2021 mindestens acht, überwiegend kleine Energieversorger Insolvenz angemeldet. Dazu kamen bis Anfang Februar mit Kehag Energiehandel, Enqu, Enyway, HBL Nord-Energie und Mueller Energiehandel mindestens fünf weitere Versorger, die diesen Schritt gingen.
E&V Deutschland stellt Insolvenzantrag
Danach wurde es deutlich ruhiger, wurden größere Pleiten unter Energieversorgern nicht mehr publik. Zuletzt musste der Düsseldorfer Energiehändler E&V Deutschland aufgeben. Ihm wurde vom Übertragungsnetzbetreiber Amprion am 12. Mai der Bilanzkreisvertrag außerordentlich gekündigt.
Bereits zuvor hatte das Unternehmen vor dem Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Georg Kreplin ernannt. (aba)



