Der Regelarbeitsmarkt könnte Bilanzkreisverantwortlichen nun wieder deutlich größere Sorgen bereiten.

Der Regelarbeitsmarkt könnte Bilanzkreisverantwortlichen nun wieder deutlich größere Sorgen bereiten.

Bild: © Jason Blackeye/unsplash

Mindestens zwei weitere deutsche Energieanbieter haben in den vergangenen Tagen Insolvenz angemeldet.

Im ersten Fall geht es um den Hildesheimer Ökoanbieter HBL Nord-Energie. Das örtliche Amtsgericht bestellte diese Woche Rechtsanwalt Volker Römermann zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

2017 gegründet

HBL Nord-Energie ist eine Tochter der Bettels-Gruppe, die in der Baubranche tätig ist. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet. Es konzentrierte sich auf Gewerbe- und Industriekunden. Im Jahr 2019 hatte es im Schnitt sieben Mitarbeiter.

Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete HBL Nord-Energie einen Umsatz von 54 Mio. Euro (2019: 67 Mio. Euro). Das Ergebnis fiel damals "aufgrund weiterhin überproportional hoher Kosten in den Bereichen IT und Personal" sowie wegen des coronabedingt stark eingebrochenen Geschäfts mit Gewerbe- und Industriekunden "deutlich negativ" aus.

EHM Energiehandel Mueller insolvent

Zum Geschäftsjahr 2021 lagen bis dahin keine Zahlen vor. Eine ZfK-Anfrage zu Kundenzahlen und Liefermengen ließ das Unternehmen vorerst unbeantwortet.

Auch das Thüringer Unternehmen EHM Energiehandel Mueller meldete Insolvenz an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Rolf Rombach bestellt.

Mindestens 13 Anbieter insolvent

EHM Energiehandel Mueller ist nach eigenen Angaben ein kleiner Energieversorger, der Gewerbekunden belieferte. Eine konkrete Kundenzahl wollte Geschäftsführer Andreas Mueller im ZfK-Gespräch aber nicht nennen.

Nach ZfK-Zählung haben seit Beginn der Energiekrise mindestens 13 Energieanbieter Insolvenz angemeldet. Dabei handelt es sich überwiegend um kleine Unternehmen.

Weitere Lieferstopps

Eine Reihe weiterer Versorger haben ihre Strom- und Gaslieferungen eingestellt, haben aber keine Insolvenz angemeldet. Die bekanntesten Fälle sind die miteinander verknüpften Unternehmen Gas.de und Stromio, denen im Dezember die Bilanzkreisverträge gekündigt wurden. (Die ZfK berichtete.) Daraufhin fielen hunderttausende Kunden in die Grundversorgung.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben dieses Jahr bislang drei Energieversorger die Beendigung ihrer Lieferung angezeigt oder bereits vollzogen. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren ein überdurchschnittlich hoher Wert. (aba)

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