Auf Basis der gesammelten Informationen schätzt der VKU, dass bisher etwa drei Viertel der rund 1.500 berechtigten Erdgaslieferanten und Wärmeversorger ihren Anspruch geltend gemacht und davon etwa 40 Prozent erhalten haben.

Auf Basis der gesammelten Informationen schätzt der VKU, dass bisher etwa drei Viertel der rund 1.500 berechtigten Erdgaslieferanten und Wärmeversorger ihren Anspruch geltend gemacht und davon etwa 40 Prozent erhalten haben.

Bild: © Steidi/Adobestock

Nach dem Gaspreisrallye in den vergangen zwei Jahren, haben sich die Marktpreise weitgehend stabilisiert, wenn auch auf einem weiterhin hohen Niveau. Die zurückgegangenen Beschaffungskosten geben nun zahlreiche Energieversorger an ihre Kunden weiter.

Der ostdeutsche Energieanbieter Mitgas hat zum 1. Januar eine Preissenkung des Arbeitspreises um 0,94 Cent/kWh auf 14,13 Cent/kWh (brutto) angekündigt. Der Grundpreis bleibe dabei unverändert, teilte das Unternehmen mit. Dies sei bereits die zweite Senkung nach der Preisanpassung vom Juli 2023. Insgesamt fallen die Gaspreise damit um 25 Prozent. Die Anpassung gelte für gut 55.000 Privat- und Gewerbekunden im Netzgebiet von Mitnetz Gas in Teilen der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Gaspreise fallen vielerorts

Auch im Westen kündigen Versorger eine Senkung des Gaspreises an. Nachdem die Stadtwerke Bielefeld ihn schon zum 1. Oktober um 0,62 Cent/kWh gesenkt haben, geht der Arbeitspreis zum 1. Januar 2024 um weitere 3,49 Cent/kWh zurück. Dieser soll dann für Haushalts- und kleine Gewerbekunden bei 8,85 Cent/kWh liegen. Der jährliche Grundpreis bleibe dabei stabil, hieß aus Ostwestfalen.

Damit liege der Tarif deutlich unter der von der Bundesregierung ausgerufenen Gaspreisbremse von 12 Cent/kWh. Die aktuelle Preissenkung haben die Stadtwerke Bielefeld mit dem aktuell geltenden Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent gerechnet.

Der Freiburger Energieversorger Badenova reduziert zum 1. Januar die Gaspreise um fast fünf Cent/kWh (4,983 Cent brutto). Die Kostenreduzierung betrage somit etwa ein Drittel im Vergleich zu den bisherigen den bisherigen Kosten, teilte der Versorger mit. Auch wenn die Preise an den Gasbörsen gesunken seien, bleibe das Preisniveau hoch.

Keine langfristige Entspannung auf den Energiemärkten

"Die vielfältigen Krisen, die weltweit zu beobachten sind, stärken die Vermutung, dass sich zumindest mittelfristig keine markante Änderung einstellen wird", warnt Badenova. Die aktuelle Preissenkung sei lediglich auf die milderen Temperaturen zurückzuführen, was wiederum zu einem hohen Füllstand der Gasspeicher führte.

Nach einer Senkung zum 1. Oktober halten die Stadtwerke Augsburg ihren Gaspreis zum Jahreswechsel hingegen konstant. Mit 11,31 Cent /kWh liege er immerhin unter der staatlichen Gaspreisbremse, teilte der Versorger mit.

Teils deutliche Rückgänge bei Strompreisen

Die Strompreisanpassungen dieser Versorger geben ein eher gemischtes Bild ab. So hebt Envia M die Verbrauchspreise für Wärmepumpenstromkunden um 4,21 Cent/ kWh (brutto) auf 33,10 Cent/kWh brutto. Die Verbrauchspreise für Wärmespeicherstrom steigen um 4,83 Cent im Niedrigtarif auf 31,91 Cent/kWh und im Hochtarif auf 40,10 Cent/ kWh (brutto). Insgesamt liege der Wärmestrompreis damit sechs Prozent unter dem Niveau von Jahresbeginn 2023. Die Grundpreise bleiben unverändert.

Die Preiserhöhung betreffe 70.000 Wärmestromkunden im Netzgebiet der Mitnetz Strom. Seine Grundstromversorgungtarife hält Envia M hingegen stabil: "Als Grundversorger mit Verantwortung für viele Kunden haben wir eine langfristige Beschaffung in Tranchen. Dies schützt unsere Kunden vor den unkalkulierbaren Preissprüngen an der Börse", hieß es zur Begründung.

Bielefeld bleibt unter der Strompreisbremse

Auch in Bielefeld halten die Stadtwerke ihren Strompreis stabil. Mit rund 34 Cent/kWh liege der Tarif noch unter der Strompreisbremse von 40 Cent. "Auch wenn der Einkauf im Bereich Strom wieder preiswerter geworden ist, schlägt sich das noch nicht auf den Gesamtpreis nieder", sagte Geschäftsführer Rainer Müller. So seien beispielsweise die Netzentgelte im Stromnetz gestiegen.

Badenova hat zwar ebenfalls Anpassungen zum 1. Januar angekündigt. Obwohl noch nicht alle Preisbestandteile final bekannt seien, sei es absehbar, dass es für einen Großteil der Stromkunden ebenfalls zu einer spürbaren Preissenkung kommen werde, hieß es aus Freiburg.

Die Stadtwerke Augsburg sind hingegen bei ihren Berechnungen weiter: Zum Jahreswechsel werde der Strompreis um 26 Prozent sinken. Nach der Preissenkung am 1. Oktober gehe Augsburg mit dem Strompreis in der Grundversorgung zum 1. Januar 2024 nochmals um fast 11 Cent/kWh runter. (am)

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