Die Enervie-Gruppe aus Hagen hat früher als geplant ihre Konzernfinanzierung neu aufgesetzt: Ein strukturiertes Finanzierungskonzept, das wirtschaftliche Vorteile bietet, ersetzt dabei die bisherige Konsortialfinanzierung, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Refinanzierung erfolgt zwei Jahre früher als geplant.
Die neue Konzernfinanzierung biete Enervie unter anderem die Möglichkeit, sich mittel- und langfristig mit Kreditmitteln einzudecken, die der Unternehmensgruppe große Flexibilität im Hinblick auf die verfolgte Wachstumsstrategie im aktuellen Marktumfeld gewähren, heißt es. „Das neue Finanzierungskonzept ist der passende Grundstein für unsere Strategie und gleichzeitig flexibel für Investitionen und Wachstum“, so Vorstandssprecher Erik Höhne. Das erneut große Vertrauen und Interesse der Finanzinstitute zeige, dass die Entwicklung der Unternehmensgruppe anerkannt und die Ausrichtung auf die Zukunft geschätzt werde.
Refinanzierung hat ein Volumen von 170 Millionen Euro
Mit der Transaktion über insgesamt 170 Mio. EURO, bestehend aus einem Konsortialkredit unter Federführung der Nord/LB, Schuldscheindarlehen, bilateralen Krediten und Förderdarlehen, löste die Enervie die bestehende Konsortialfinanzierung aus dem Jahre 2017 vollständig ab.
Die Basis für die Verhandlungen mit den insgesamt sechs Kreditinstituten lieferte dabei ein neu im Unternehmen entwickeltes „Finanzmodell 2040“. Neben den vier „Kernbanken“ Norddeutsche Landesbank (Nord/LB), Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), UniCredit Bank AG (UniCredit) und Bayrische Landesbank (BayernLB) wurden auch die beiden örtlichen Sparkassen HagenHerdecke sowie Lüdenscheid in das neue Finanzierungskonzept mit einbezogen. Beratend begleitet wurde ENERVIE hierbei von der Rechtsanwaltskanzlei Heuking/Kühn/Lüer/Wojtek (Düsseldorf) sowie Ernst & Young (Hamburg).
Der Unternehmensverbund aus Nordrhein-Westfalen hatte zwischen 2013 und 2017 eine harte Sanierung durchlaufen. Die Konsortialfinanzierung von 2017 hatte den Sanierungskredit abgelöst und deutlich verbesserte Zinskonditionen mit sich gebracht. In den vergangenen Jahren haben sich die Konzerergebnisse sehr positiv entwickelt. 2019 gab es das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte, im Coronajahr 2020 erreichte man ein ähnlich hohes Niveau – auch dank eines Sparprogramms.
"Enervie hat beeindruckenden und erfolgreichen Weg hinter sich gebracht"
„Die Enervie Gruppe hat in den vergangenen Jahren einen sehr beeindruckenden und erfolgreichen Weg hinter sich gebracht und sich zudem für die Herausforderungen in der sich stark wandelnden Energiewirtschaft bestens aufgestellt“, freut sich Tim Junghans, Gruppenleiter Firmenkunden Energiewirtschaft NORD/LB.
Aber nicht nur die gestärkte Bonität habe die die Verhandlungsgrundlage verbessert, so Enervie weiter: Die Gruppe arbeite derzeit im Rahmen der Unternehmensstrategie an einem Nachhaltigkeitsrating, das auch auf die Finanzierung wirken soll. Im Unternehmen würden alle Maßnahmen mit „Corporate Social Responsibility“(CSR)-Wirkung aufgenommen. Hierzu zählten Klima- und Umweltschutzmaßnahmen genauso wie etwa die Gestaltung von Arbeitsbedingungen, Ethik und nachhaltige Beschaffung.
Externes Nachhaltigkeitsrating geplant
Das Unternehmen plane, den Kreditgebern ein erstes externes Nachhaltigkeitsrating im Herbst vorzulegen. Je nach Tendenz des jährlich durchzuführenden Ratings durch eine renommierte CSR-Agentur weise die erreichte Punktzahl später dann einen „Bonus“ oder „Malus“ aus, der den Zinssatz senkt oder erhöht.
„Die Enervie Gruppe bekennt sich damit klar zu Nachhaltigkeit und geht gleichzeitig als Pionier bei ESG-gebundenen Krediten in der Energiebranche und im Public Sector voran“, sagte Stefan Tessin, Leiter Öffentliche Kunden Deutschland bei der UniCredit. Er erwarte, dass sich nachhaltige Finanzierungen künftig immer stärker als fester Bestandteil der Unternehmensfinanzierung auch im Public Sector etablieren würden. (hoe)



