Regionalversorger Enni hat nach eigenen Angaben seine bundesweiten Vertriebsziele im abgelaufenen Jahr übertroffen. Insgesamt habe das Unternehmen rund 13.500 neue Haushalts- und Gewerbe-Tarifkunden verzeichnet, hieß es auf ZfK-Nachfrage.
"Auch im Bereich der Individualkunden konnte Enni bundesweit zulegen", teilte der niederrheinische Versorger mit. "Hier übertraf die Akquisition einer hohen vierstelligen Anzahl neuer Lieferstellen die Erwartungen."
Schrittweises Wachstum und nachhaltiger Kundenstamm
Seien Ende 2020 auf einen Kunden im Stammgebiet etwa 0,6 bundesweite Kunden gekommen, sei die Quote ein Jahr später auf 0,8 gestiegen. "Enni konnte den Anteil der bundesweiten Kunden so um rund 33 Prozent steigern." Insgesamt setze das Unternehmen auf ein schrittweises Wachstum und einen nachhaltigen Kundenstamm, hieß es weiter.
Dabei blieb Enni von den Turbulenzen am Energiemarkt nicht verschont. Mittlere und große Liefermengen im Individualkundenbereich wickle man mittlerweile ausschließlich über die Back-to-Back-Beschaffung ab, erläutert der Versorger. Im Tarifkundenbereich überprüfe das Unternehmen die angebotenen Marktpreise kontinuierlich und passe diese nach mit Gremien vereinbarten Schwankungsbreiten den Marktgegebenheiten auch mehrmals jährlich an. Feste Preise für ein Jahr könne Enni aktuell weder in der Grundversorgung noch in Sonderprodukten garantieren.
Bundesweiter Vertrieb gestoppt
Infolge der Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine stoppte Enni seine bundesweiten Vertriebsaktivitäten zwischenzeitlich komplett. "Wir planen [aber], möglichst ab Juli wieder mit Angeboten an Tarifkunden zu starten", heißt es. Das sei jedoch nur möglich, wenn es die Beschaffungssituation und Preisentwicklung zulasse.
Insgesamt stellte Enni im vergangenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben mehrere Rekorde auf. So stieg der Überschuss auf mehr als 26 Mio. Euro (Vorjahr: 21 Mio. Euro). Auch der Umsatz wuchs auf 272 Mio. Euro (Vorjahr: 219 Mio. Euro). Ferner erreichte der Stromabsatz, getrieben durch den bundesweiten Vertrieb, einen Höchstwert von 680 Mio. kWh. Der Gasabsatz schrammte demnach knapp die Eine-Milliarden-kWh-Marke.
15 Mio. Euro für Netze
Erfolgreich entwickelte sich laut Enni auch das kaufmännische und technische Dienstleistungsgeschäft für Kooperationspartner wie die Telekom und Vodafone. In dem Bereich stiegen die Erträge um rund 30 Proznt auf etwa 6,7 Mio. Euro.
Trotz seiner bundesweiten Ambitionen will sich das Unternehmen weiter auf den Niederrhein konzentrieren. So investierte es nach eigenen Angaben knapp 51 Mio. Euro in der Region – auch das ein Rekord. Rund 15 Mio. Euro seien in die Netze der Konzessionsgebiete geflossen, die Enni so für kommende Generationen rüste.
Zwei neue Beteiligungen als Gewinnbringer
Große Hoffnung setzt der Versorger mit Sitz in Moers (Nordrhein-Westfalen) auf seine 2021 erworbenen Beteiligungen an der Erdgaversorgung Schwalmthal und am Windpark Hüxner Heide. (Die ZfK berichtete.) "Die werden in Zukunft auf unser Ergebnis einzahlen", gibt sich Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer zuversichtlich. (aba)



