Geht mit Enni den nächsten Wachstumsschritt: Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer vor dem neuen Verwaltungsgebäude.

Geht mit Enni den nächsten Wachstumsschritt: Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer vor dem neuen Verwaltungsgebäude.

Bild: © Enni

Der Regionalversorger Enni Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) vertieft seine Kooperation mit dem Infrastruktur- und Versorgungsunternehmen Gelsenwasser. Das in Moers ansässige Unternehmen wächst dadurch weiter und übernimmt Anteile der Gelsenwasser AG an der Erdgasversorgung Schwalmtal (EVS) und der Windparkgesellschaft Hünxer Heide und wird damit erstmals auch im Kreis Viersen aktiv sein.

Im Gegenzug erhöht Gelsenwasser seine Beteiligung an der Enni von bislang 5,9 Prozent auf 12,61 Prozent. Die  Beteiligung des Hauptgesellschafters von Enni, der Stadt Moers, reduziert sich entsprechend um knapp fünf Prozent. Auch die Anteile der restlichen Gesellschafter, der Stadt Neukirchen-Vluyn und der Westenergie gehen leicht zurück. Dass Gelsenwasser eine Aufstockung der Beteiligung plant, war bereits im vergangenen Frühjahr bekannt geworden.

 

Enni kooperiert mit NEW bei der Gasversorgung in Schwalmtal

Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer sprach von einem besonderen Entwicklungsschritt.  „Auch die neuen Beteiligungen sind für uns wirtschaftlich lukrativ“. Sein Unternehmen könne dabei das Kerngeschäft auf ein neues Gebiet ausweiten und durch weitere regenerative Erzeugungsquellen die Energiewende am Niederrhein vorantreiben.

Enni wird neben dem Mönchengladbacher Versorgungsunternehmen NEW 50-prozentiger Gesellschafter der EVS und dabei mit der kaufmännischen Betriebsführung, dem Energievertrieb und dem Energieeinkauf gleichzeitig ein Bündel an Dienstleistungen für den Gasversorger und dessen Beteiligung an der Netzgesellschaft Schwalmtal übernehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Windpark Hünxer Heide: Partnerschaft mit Thyssen und RAG Montan Immobilien

Mit der Beteiligung an der Windparkgesellschaft Hünxer Heide gelinge Enni zudem auch mit einer Gesellschaft der Sprung auf die rechte Rheinseite. Hier wird man neben einem Drittel der Anteile auch die technische Betriebsführung für den Windpark mit seinen vier Enercon-Groß-Windkraftanlagen übernehmen.

Die erzeugen seit 2018 jährlich rund 32 Gigawattstunden Ökostrom, wodurch Enni ihren regenerativen Erzeugungsanteil weiter ausbauen kann. Die beiden Partner sind hier Thyssen und die RAG Montan Immobilien, mit der Enni bereits seit einigen Jahren beim Betrieb von vier Groß-Windkraftanlagen auf der Bergehalde Kohlenhuck im Moerser Norden in einem vergleichbaren Projekt gut zusammenarbeite, heißt es.

Die EVS ist seit 1974 Gasanbieter in den rund 35.000 Einwohner zählenden Gemeinden Brüggen und Schwalmtal. Dabei zählt das Unternehmen heute rund 4.200 Kunden, die ihre Häuser und Wohnungen mit Erdgas heizen. Neben der Gemeinde Schwalmtal ist die EVS zu 51 Prozent auch Mehrheitsgesellschafter der dortigen Gasnetzgesellschaft, die das Gasnetz in den beiden Gemeinden betreibt.

Krämer: "Die Kooperation stärkt die Wirtschaftskraft von Enni weiter"

Der jüngsten Transaktion reiht sich nahtlos ein in ein seit vielen Jahren verfolgtes, operativ erfolgreiches Wachstumsmodell von Enni. Partner können sich dabei gegen die Einbringung von Assets an dem Moerser Energieversorger beteiligen. Beim Einstieg von Gelsenwasser bei Enni im Jahr 2018 etwa hatten die Moerser im Gegenzug von dem Gelsenkirchner Unternehmen die Gasnetze in Rheinberg und Uedem übernommen. „Auch die neuerliche Kooperation mit Gelsenwasser stärkt die Wirtschaftskraft des Unternehmens weiter“, rechnet Krämer vor.

Er erwartet schon ab dem laufenden Jahr ein jährliches Ergebnisplus von etwa einer Million Euro. Auch der Unternehmenswert steige erneut um rund 20 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote lege um rund vier Prozent oder rund 12 Millionen Euro zu. „Das macht krisenfester und schafft Spielraum für weitere Themen in den kommenden Jahren.“ Krämer kann sich zudem künftig eine Ausweitung der Kooperation mit der NEW vorstellen.

Neben Gelsenwasser sind die Kommunen Moers mit künftig 64,48 Prozent Anteile sowie Neukirchen-Vluyn mit 4,34 (vorher: 4,67 Prozent) und Westenergie mit 18,57 Prozent (bisher 20 Prozent) an dem Moerser Regionalversorger beteiligt. (hoe)

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