Die Preise für Strom, Erdgas und Wärmestrom für Kundinnen und Kunden des ostdeutschen Energieversorgers EnviaM und Mitgas sollen zum Jahreswechsel sinken. "Die spürbaren Preissenkungen für Strom-, Gas- und Wärmeprodukte helfen, Haushalte und Gewerbetreibende zu entlasten", sagte der Vertriebsvorstand Patrick Kather. Eine Rückkehr zu den Preisen vor der Krise sei jedoch weiterhin unwahrscheinlich.
Kather erklärte, EnviaM setze als Grundversorger auf eine vorausschauende Beschaffungsstrategie, um seine Risiken zu minimieren. Angesichts von Preisschwankungen auf den Energiemärkten, beeinflusst durch Faktoren wie den Krieg in der Ukraine, den Nahostkonflikt und die weiterhin hohe Energienachfrage, sei dies von großer Bedeutung.
EnviaM: Spürbare Einsparungen für Strom- und Gaskunden
Für Privatkunden sinken die Strompreise um 5,60 Cent brutto pro Kilowattstunde auf 37,91 Cent. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden spart dadurch rund 112 Euro (11 Prozent). Für Gewerbekunden beträgt die Ersparnis etwa 475 Euro (17 Prozent) pro Jahr. Die neuen Strompreise gelten für rund 650.000 Kunden im Netzgebiet von Mitnetz Strom in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Auch die Erdgaspreise sinken: Für Privatkunden werden sie um 1,58 Cent brutto pro Kilowattstunde auf 14,14 Cent reduziert. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden spart dadurch etwa 285 Euro (10 Prozent). Die Preisänderungen betreffen etwa 50.000 Privat- und Gewerbekunden im Netzgebiet von Mitnetz Gas.
EnviaM senkt auch Preise Wärmepumpen- und Wärmespeicherstrom
Ebenso senkt EnviaM die Preise für Wärmepumpenstrom um 3,53 Cent brutto auf 29,57 Cent pro Kilowattstunde. Die Preise für Wärmespeicherstrom werden im Niedrigtarif um 2,99 Cent auf 28,93 Cent und im Hochtarif auf 37,11 Cent pro Kilowattstunde reduziert. Dies führe zu einer durchschnittlichen Ersparnis von 212 Euro (zehn Prozent) für Wärmepumpenkunden und 227 Euro (neun Prozent) für Wärmespeicherkunden. Die neuen Preise gelten für etwa 70.000 Wärmestromkunden im Netzgebiet von Mitnetz Strom.
EnviaM versorgt rund 1,1 Millionen Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg mit Strom, Gas oder Wärme.
EnBW hält Gaspreise stabil
Der Karlsruher Energieversorger EnBW hält die Gaspreise zum Jahreswechsel unverändert. Mit den gesunkenen Beschaffungskosten sei es dem Unternehmen gelungen, die steigenden Netzkosten und staatlichen Abgaben zu kompensieren, teilte der Versorger mit.
Wärmestrom wird günstiger
Bei dem Wärmestrom können sich die Kunden sogar auf eine leichte Senkung der Tarife freuen. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 6.500 kWh soll ab 2025 in der Grund- oder Ersatzversorger um 1,6 Prozent weniger zahlen.
Ein Haushalt mit 6.300 kWh Jahresverbrauch muss für Wärmestrom mit Elektrospeicherheizung bei gemeinsamer Messung um 2,5 Prozent weniger zahlen. Ein Haushalt mit 5.200 kWh Verbrauch im Jahr zahlt ab 2025 für Wärmestrom mit Elektrospeicherheizung bei getrennter Messung um 3,5 Prozent weniger.
Diese Preisentwicklung sei insbesondere beim Gas nicht selbstverständlich, sagte EnBW-Vertriebsvorstand Dirk Güsewell. “Denn außer den Netzentgelten ist zum Beispiel auch der CO2-Preis gestiegen, der ebenfalls in die Preiskalkulation einfließt.“
Strompreise dürften 2025 nicht steigen
Die Tarifhöhe beim Haushaltsstrom ab 2025 konnte EnBW noch nicht nennen. Die Kalkulation hier sei noch nicht abgeschlossen, weil einzelne staatlich festgelegte Parameter noch nicht vorliegen. „Wir rechnen aber auch hier nicht mit steigenden Preisen“, so Güsewell. (dpa/am)



