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Der niederösterreichische Energie- und Umweltdienstleister EVN verhandelt mit dem Essener Energiekonzern Steag und den finanzierenden Banken über einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Steinkohlekraftwerk Walsum 10. Dies teilte der börsennotierte Konzern bei der Vorstellung seiner Neunmonatszahlen mit, das Geschäftsjahr von EVN hat im Oktober 2020 begonnen und endet im September dieses Jahres.
EVN hält eine Beteiligung an Walsum 10 von 49 Prozent, die restlichen 51 Prozent liegen bei der Steag. Sollten die erforderlichen Zustimmungen erteilt werden, will EVN bereits noch in diesem Jahr den Rückzug unter Dach und Fach bringen. Das Jahresergebnis soll dadurch nicht weiter belastet werden, heißt es weiter in der Pressemitteilung.
Steag geht von "einvernehmlicher Ausstiegs-Regelung aus"
Auf Rückfrage wollte sich ein EVN-Sprecher nicht weiter zu möglichen Modalitäten und Szenarien äußern. „Die Gespräche laufen erst“, heißt es weiter. Durch den geplanten Rückzug sollen offenbar die „spezifischen CO2-Emissionen“ des österreichischen Unternehmens weiter gesenkt werden. Im Bereich der Erzeugung liegt der Fokus von EVN mittlerweile sehr stark auf erneuerbaren Energien.
„EVN und Steag sind in guten Gesprächen, den Ausstieg der EVN aus der gemeinsamen Gesellschaft einvernehmlich zu regeln", teilt auf Anfrage die Steag mit.
Was ein Rückzug der EVN für Walsum 10 heißt und was die gesamte Entwicklung finanziell für die in einer Restrukturierung befindliche Steag bedeutet, bleibt unklar. Nachdem der Essener Konzern in letzter Zeit bei diversen Stilllegungsauktionen mit seinen Kohlekraftwerken zum Zuge kam, ist die Zahl seiner Kohleblöcke massiv geschrumpft. Ab November 2022 werde nur noch das Steinkohlekraftwerk Walsum 10 am Strommarkt teilnehmen, heißt es in jüngster Zeit immer wieder in Pressemitteilungen.
Umstellung der Anlage auf Holzpellets wird geprüft
Für Walsum 10, die Anlage wurde 2013 mit einer elektrischen Leistung von 790 MW in Betrieb genommen, wird zudem eine Umstellung auf den CO2-neutralen Brennstoff Holzpellets erwogen. "Es handelt sich um eine komplexe Maßnahme, die derzeit unter anderem in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht geprüft wird. Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, sodass aktuell noch keine Entscheidung gefallen ist", heißt es hierzu aus Essen.
Rund 820 Mio. Euro hatten Steag und EVN in Walsum 10 investiert, das nach Angaben der Unternehmen mit einem Wirkungsgrad von mehr als 45 Prozent zu den effizientesten Steinkohlekraftwerken Europas zählt. (hoe)



