Der Trinkwasser- und Energieversorger Gelsenwasser will seinen Anteil an der erfolgreichen Enni Energie & Umwelt Niederrhein GmbH (Enni) aus Moers von aktuell 5,90 auf 12,61 Prozent aufstocken.
Die Transaktion beinhaltet laut aktuellem Geschäftsbericht die Einbringung der Gelsenwasser-Anteile in Höhe von jeweils 50 Prozent an der Erdgasversorgung Schwalmtal GmbH & Co. KG und der Erdgasversorgung Schwalmtal Verwaltungs-GmbH sowie des Gelsenwasser-Anteils von 33,33 Prozent an der Windpark Hünxer Heide GmbH in die Enni.
Kommunalaufsicht und Finanzamt müssen noch zustimmen
Das Vertragswerk wurde im September vergangenen Jahres beurkundet. Der Vollzug der Transaktion stehe noch unter den aufschiebenden Bedingungen der kommunalaufsichtsrechtlichen Prüfung sowie der verbindlichen Auskunft des Finanzamts, heißt es.
Gelsenwasser war 2018 bei Enni eingestiegen. Weitere Gesellschafter der Enni sind die Stadt Moers (über die Tochter Enni Stadt & Service) mit 69,43 Prozent, die Stadt Neukirchen-Vluyn mit 4,67 Prozent sowie Westenergie mit 20 Prozent.
Deutlicher Ergebnisrückgang
Der Gelsenwasserkonzern hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als noch 2019. Das Konzernergebnis sank auf 94,7 Mio Euro (Vorjahr: 118,4 Mio. Euro). Zum Jahresüberschuss in 2019 hatten aber auch in nicht unerheblichem Maße Sondereffekte beigetragen. Der Umsatz ging auf 1,71 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,93 Mrd.) zurück.
„Wir konnten unser Planziel übertreffen und damit erneut ein robustes Ergebnis erreichen“, ordnete der Vorstandsvorsitzende Henning R. Deters deshalb auch das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2020 als zufriedenstellend ein. Dieses sei vor allem auch gelungen, weil die Konzernunternehmen in ihren Märkten mehrheitlich sehr erfolgreich agiert hätten.
"Intensivere digitale Arbeitsweise"
Ergebniswirksame Coronaeffekte seien bisher nur in geringem Maße erkennbar, so Deters weiter. "Die mittel- und langfristigen Folgen der Pandemie seien aber erst nach deren Bewältigung insgesamt zu beurteilen. „Aufgrund der intensiveren digitalen Arbeitsweise haben wir uns in diesem Bereich nochmal deutlich weiterentwickelt", fasste Deters zusammen.
Die Ergebnisanteile der Gelsenwasser-Aktionäre liegen bei 94,6 Mio. Euro (Vorjahr: 118,3 Mio.) Die Stadtwerke Bochum und die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) halten über die Beteiligungsgesellschaft Wasser und Gas Westfalen GmbH insgesamt 92,9 Prozent der Gelsenwasser-Aktien.
Der Wasserabsatz des in Gelsenkirchen beheimateten Konzerns blieb mit 235,4 Mio. Kubikmeter fast konstant. Die geringere Nachfrage der Industrie (-6,7 Prozent) habe man durch eine verstärkte Abgabe an Haushalte (+4,6 Prozent) und im Wiederverkauf an andere Versorgungsunternehmen (+1,6 Prozent) nahezu ausgeglichen, heißt es.
Deutliche Zuwächse dank Gasbeschaffung
Der Gasabsatz stieg um 13,5 Prozent auf 85,6 Mrd. kWh. Dies ist laut Pressemitteilung vor allem auf den Anstieg in der zentralen Gasbeschaffung der Gelsenwasser AG durch zusätzliche Handelsaktivitäten zurückzuführen.
Vor allem dank der zentralen Strombeschaffung kletterte auch der Stromabsatz um 21,5 Prozent auf 3,1 Mrd. kWh. Die Kundenzahlen der Vertriebsmarken im Konzern blieben im Gassegment laut Gelsenwasser in etwa konstant und konnten beim Strom leicht gesteigert werden.
Und dies obwohl im Rahmen der Gründung der Stadtwerke Recklinghausen rund 1.400 Gas-Kunden und rund 2.800 Stromkunden zu dieser Gesellschaft wechselten. Seit März hält die Stadt Recklinghausen 51 Prozent an dem noch jungen Kommunalversorger.
Ausbau kommunaler Partnerschaften
Als Erfolg bilanziert Gelsenwasser auch den Ausbau mehrerer langfristiger Partnerschaften mit Kommunen und die Verlängerung einiger Konzessionsverträge.
Neben der Gründung der Stadtwerke Recklinghausen und der Ausweitung der gemeinsamen Aktivitäten auf Energievertrieb und erneuerbare Energien führt Gelsenwasser unter anderem die Gründung einer gemeinsamen Wasserversorgungsgesellschaft mit den Stadtwerken Unna an. (hoe)



