Das hohe Preisniveau an den Energiemärkten zwingt immer mehr Grundversorger dazu, ihre Preise anzuheben – auch für Bestandskunden. Nachdem Energiekonzern EWE für April eine Erhöhung angekündigt hatte, gaben in den Tagen darauf Stadtwerke von Karlsruhe über Herne und Hilden bis Schwerin Preisaufschläge für das Frühjahr an.
Nach Angaben des Vergleichsportals erhöhten Grundversorger diesen Winter in mehr als 2300 Fällen die Preise für Strom- und Gaskunden oder kündigten Entsprechendes an. Wie viele Grundversorger von ihnen für das Frühjahr erhöhen, geht daraus nicht hervor.
"Wissen, dass wir Kunden viel zumuten"
Nach eigenen Angaben heben die Stadtwerke Karlsruhe ihre Gas-Grundversorgungspreise um etwa 40 Prozent an. Laut Preisblatt kostet die Kilowattstunde Gas von April an dann 12,14 Cent.
Sie wüssten, dass sie damit ihren Kunden viel zumuteten, gestehen die Stadtwerke. Zugleich zählten sie trotz Preiserhöhung weiterhin "zu den günstigsten Erdgasversorgern" in Süddeutschland, heißt es weiter. Zudem komme der Aufschlag erst zum Ende des Winters und damit später als bei vielen anderen Unternehmen.
Höhere Preise in Pirmasens
Zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhen die Stadtwerke Pirmasens (Rheinland-Pfalz) ihre Gaspreise in der Grundversorgung. Kostet die Kilowattstunde Gas (Jahresverbrauch 15.000 kWh) seit Jahresbeginn 8,09 Cent, sind es von April an 8,81 Cent.
Die Grundversorgungspreise steigen auch bei den Stadtwerken Marburg (Hessen). Die Kilowattstunde Strom beträgt von April an 38,99 Cent (4,66 Cent mehr), die Kilowattstunde Gas 12,45 Cent (2,16 Cent mehr).
Grundversorgungstarife zusammengeführt
"Die Ursache ist eine Kombination aus sehr stark gestiegenen Großhandelspreisen und vielen Insolvenzen anderer Anbieter, die ihre Kunden nicht mehr beliefert haben", ekrlärt Geschäftsführer Holger Armbrüster in einer Presseaussendung. "Durch die gesetzlich verpflichtende Aufnahme dieser neuen Kunden mussten die benötigten Mengen zu den aktuell sehr teuren Preisen zusätzlich bezogen werden."
Auch die Stadtwerke Hilden (Nordrhein-Westfalen) passen ihre Grundversorgungspreise an. Bemerkenswert hier: Der Versorger nutzt dies, um seine zwischenzeitlich getrennten Tarife für Bestands- und Neukunden wieder zusammenzuführen.
35,10 Cent pro kWh für alle
Bislang zahlen Bestandskunden beispielsweise bei Gas 8,15 Cent pro kWh, Neukunden dagegen 19,50 Cent. Von 1. April an gilt für beide ein Arbeitspreis von 8,75 Cent pro kWh.
Bei Strom zahlen Bestandskunden bislang 29,25 Cent, Neukunden dagegen 43,99 Cent pro kWh. Von April an verlangen die Stadtwerke für alle 35,10 Cent pro kWh.
Hunderte getrennte Grundversorgungstarife
"Die Trennung der Ersatzversorgung war eine wirtschaftlich notwendige Übergangslösung'", wird Oliver Schläbitz, Vertriebsleiter der Stadtwerke Hilden, in einer Pressemitteilung zitiert.
Nach Angaben des Vergleichsportals Check 24 haben diesen Winter 500 Strom- und 432 Gas-Grundversorger Tarife ausschließlich für Neukunden eingeführt.
Ladetarife steigen
In der bayerischen Landeshauptstadt München wiederum wird für viele das öffentliche Laden von Elektrofahrzeugen teurer. Bislang berechnen die Stadtwerke München für die von ihnen betriebenen Ladesäulen 38 Cent pro kWh.
Von April an kostet die Kilowattstunde Strom beim AC-Laden 49 Cent. Beim Schnellladen werden hingegen 69 Cent fällig.
Auch die Stadtwerke München begründen diesen Schritt mit stark gestiegenen Großhandelspreisen. "Die Entwicklung auf den Energiemärkten sowie der allgemeine Kostenanstieg machen es nunmehr nötig, unsere Preise anzupassen", heißt es auf der Website des Versorgers. (aba)



